Schockanruf in Hessen: 90-Jähriger verliert 450.000 Euro an falschen Polizisten

Ein 90-Jähriger aus dem Landkreis Gießen übergab Münzen, Goldbarren und Bargeld im Wert von über 450.000 Euro an Betrüger. Bundesweit erbeuteten falsche Polizisten 2025 rund 49,5 Millionen Euro.

Schockanruf in Hessen: 90-Jähriger verliert 450.000 Euro an falschen Polizisten

90-Jähriger aus Landkreis Gießen übergibt 450.000 Euro nach Betrugsanruf

Ein Senior aus einem kleinen Ort im Landkreis Gießen ist Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden und hat dabei Münzen, Goldbarren sowie Bargeld im Wert von über 450.000 Euro verloren. Das berichtet BILD unter Berufung auf die Polizei.

Der 90-Jährige erhielt zu Hause einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab. Der Anrufer behauptete, eine Verwandte des Seniors habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht – nur eine Kaution könne die Frau vor dem Gefängnis bewahren. Polizeisprecher Pierre Gath: „Der Kriminelle übte so lange Druck aus, bis der Senior schließlich gesammelte Münzen, Goldbarren sowie Bargeld an einen unbekannten Abholer übergab."

Erst im Nachhinein kamen dem Opfer Zweifel. Er vertraute sich einem Nachbarn an, der umgehend die Polizei verständigte. Gath bestätigte, dass die Ermittlungen laufen und der Wert der erbeuteten Gegenstände ersten Schätzungen zufolge über 450.000 Euro beträgt.

Der Fall steht nicht für sich allein. Laut der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts erbeuteten falsche Polizisten in Deutschland 2025 bundesweit rund 49,5 Millionen Euro – gegenüber 30,1 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Zahl der registrierten Betrugsfälle stieg im selben Zeitraum von 3.946 auf 4.646 an.

Polizeisprecher Gath beschreibt zwei verbreitete Vorgehensweisen der Täter: Beim klassischen Schockanruf geben sich die Betrüger als Polizeibeamte aus und behaupten, ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht – nur eine Zahlung verhindere eine Inhaftierung. Bei einer zweiten Masche wird behauptet, in der Nachbarschaft sei eine Einbrecherbande festgenommen worden, die Listen mit den Namen der Angerufenen bei sich geführt habe. Die Polizei müsse daher Wertgegenstände in Sicherheit bringen.

Gath stellt klar: „Die echte Polizei fragt telefonisch niemals nach ihren Wertgegenständen!" Sein Rat bei solchen Anrufen: sofort auflegen, keine Wertsachen an Fremde übergeben und die Polizei informieren.

Source: BILD

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