Passbetrug mit Identitäten von NS-Verfolgten: Deutsche Staatsbürgerschaft erschlichen

Betrüger sollen sich als Nachkommen von NS-Verfolgten ausgegeben und so deutsche Pässe erschlichen haben. Der Spiegel berichtet über mutmaßliche Täuschungsfälle.

Passbetrug mit Identitäten von NS-Verfolgten: Deutsche Staatsbürgerschaft erschlichen

Erschlichene Pässe: Betrüger nutzten Biografien von Naziopfern

Betrüger haben sich offenbar als Verwandte von NS-Verfolgten ausgegeben, um auf diesem Weg die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Wie DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität) berichtet, sollen die mutmaßlichen Täter dafür gezielt Biografien von Holocaust-Opfern gekapert haben.

Unter den Beschuldigten befindet sich demnach ein Mann namens Tian C., dessen Einbürgerungsurkunde der Deutschen Botschaft in London vorliegt. Auch eine mutmaßliche Passbetügerin aus Israel wird in dem Bericht genannt.

Die Masche nutzt einen Rechtsanspruch aus dem deutschen Staatsangehörigkeitsgesetz, der Nachkommen von NS-Verfolgten die Einbürgerung erleichtert. Wer Dokumente vorlegt, die eine entsprechende Abstammung belegen, kann die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen — ohne dauerhaft in Deutschland zu leben.

Behörden stehen vor der Herausforderung, gefälschte oder manipulierte Stammbäume und Abstammungsnachweise zu erkennen. Der Spiegel beschreibt den Fall als Teil eines mutmaßlich organisierten Betrugsmusters, bei dem historische Identitäten von Opfern des Nationalsozialismus instrumentalisiert wurden.

Source: DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität)

Read this article in English