Schwertangriff in Fagersta: Polizei untersucht TikTok-Konto und Online-Netzwerke
Ein Angreifer tötete an einer Schule in Fagersta ein 17-jähriges Mädchen und verletzte zwei Jugendliche schwer. Die Polizei prüft Verbindungen zu extremistischen Online-Communitys.
Schwertangriff an Schule in Fagersta: Verdächtiger in Haft, TikTok-Konto unter Ermittlungen
Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, hat ein Mann an einer Schule in der mittelschwedischen Stadt Fagersta mit einem Schwert ein 17-jähriges Mädchen getötet und zwei weitere Jugendliche schwer verletzt, bevor er von der Polizei festgenommen wurde. Die Eltern der getöteten Schülerin bestätigten der Lokalzeitung Fagersta-Posten den Tod ihrer Tochter.
Die Polizei prüft, ob ein TikTok-Konto, das rund 20 Minuten vor der Tat ein Foto eines Schwerts veröffentlichte, dem Verdächtigen gehörte. Laut der Zeitung Dagens Nyheter soll das Bild offenbar in einer Schultoilette aufgenommen worden sein. Das etwa einen Monat alte Konto wurde am Freitag gelöscht.
Vor der Löschung enthielt das Konto Videos mit Bezügen auf zwei Fälle von Massengewalt in Schweden sowie auf den norwegischen rechtsextremen Massenmörder Anders Behring Breivik. Eines der Videos verwies auf den Angriff vom Jahr 2015, bei dem ein maskierter Schwertkämpfer an einer Schule in Trollhättan eine Unterrichtsassistentin und zwei Schüler tötete, bevor er von der Polizei erschossen wurde.
„Die Ermittler schauen sich verschiedene Online-Communitys an, die den Verdächtigen möglicherweise zu der Tat angestachelt haben", sagte eine Polizeiquelle gegenüber Reuters.
Parteichefs unterbrechen Wahlkampf
Mehrere Parteivorsitzende sagten am Samstag geplante Auftritte ab. Ministerpräsident Ulf Kristersson und Oppositionsführerin Magdalena Andersson reisten nach Fagersta, um der betroffenen Familie zu kondolieren und die Verletzten zu besuchen. „Was niemals passieren darf, ist erneut passiert", sagte Kristersson vor Reportern in Fagersta.
Die Staatsanwaltschaft ordnete die Untersuchungshaft des Mannes wegen Mordverdachts sowie mehrerer Fälle versuchten Mordes an. „Die Ermittlungen befinden sich in einer intensiven Phase. Wir führen Vernehmungen durch und sammeln Informationen, aber ich kann keine Einzelheiten nennen", sagte Staatsanwältin Ann-Sofie Trossing gegenüber Reuters.
Die Polizei stellte am Samstag klar, dass der Verdächtige bei der Festnahme entgegen früherer Darstellung nicht angeschossen wurde. „Dienstwaffen wurden eingesetzt, aber der Täter wurde bei der Festnahme nicht verletzt und musste auch nicht medizinisch versorgt werden", sagte ein Polizeisprecher der Tageszeitung Aftonbladet.
Schwedens schlimmste Massenschießerei ereignete sich im Februar 2025 an einer Schule in Örebro, als ein Schütze zehn Menschen tötete, bevor er sich selbst erschoss.
Source: Google News CH — Crime (de)