Zwölf Festnahmen nach tödlichem Geisterfahrer-Unfall in Middlesbrough

Bei einem Unfall in Middlesbrough starben sieben Menschen, darunter zwei Polizisten. Die Polizei nahm zwölf Verdächtige wegen Organisierter Kriminalität fest.

Zwölf Festnahmen nach tödlichem Geisterfahrer-Unfall in Middlesbrough

Tödlicher Geisterfahrer-Crash in Middlesbrough: Polizei nimmt zwölf Personen fest

DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität) berichtet, dass die britische Polizei zwölf Personen im Zusammenhang mit einem tödlichen Unfall in Middlesbrough festgenommen hat. Bei dem Crash im Nordosten Englands kamen am Wochenende sieben Menschen ums Leben, darunter zwei Polizeibeamte.

Die Polizei von Cleveland hatte bereits vor dem Unfall am Samstag Meldungen über zwei gefährlich fahrende Fahrzeuge erhalten. Eines der Fahrzeuge soll zuvor im Raum Middlesbrough das Eigentum anderer Personen gerammt haben. Beide Wagen waren mit gefälschten Kennzeichen unterwegs, um einer Erkennung zu entgehen.

Ein Fahrzeug fuhr auf einer Hauptstraße in die falsche Richtung und kollidierte frontal mit einem Polizeieinsatzwagen. Alle fünf Insassen des Geisterfahrer-Fahrzeugs sowie die beiden Polizeibeamten starben. Vier der fünf Insassen waren laut Polizei vorbestraft.

Die Ermittlungen führten noch am selben Wochenende zur Festnahme von neun Männern und drei Frauen im Alter zwischen 19 und 61 Jahren im gesamten Teesside-Gebiet. Die Verdächtigen stehen im Verdacht, an verschiedenen Straftaten beteiligt gewesen zu sein, darunter Waffenbesitz und die Beteiligung an einer organisierten kriminellen Vereinigung. „Dies war eine rasante und komplexe Ermittlung mit erheblichen Verbindungen zu schwerer und Organisierter Kriminalität", erklärte der stellvertretende Polizeichef Wayne Fox.

Hinweise darauf, dass die Geisterfahrt für TikTok gefilmt wurde, gibt es laut Polizei derzeit nicht. Allerdings waren einige der Insassen bereits zuvor wegen Fahrens ohne Führerschein und Fahrzeugdiebstahls verurteilt worden. Die BBC berichtet zudem, dass ein TikTok-Account einem der Insassen zuzuordnen sein soll, auf dem eine Reihe von Raservideos zu sehen gewesen sei.

Der Vorfall in Middlesbrough reiht sich in eine Serie gefährlicher sogenannter Joyrides ein, die zuletzt auch das benachbarte Irland erschüttert haben. Vergangene Woche starben dort fünf Minderjährige bei einer Kollision mit gestohlenen Fahrzeugen. Irische Medien berichten, dass die betreffende Gruppe — bekannt als „Lucky Dip Gang" — geklaute Autos vorrangig für Spritztouren nutze, anstatt sie zu verkaufen. Videos der Fahrten sollen auf Social-Media-Plattformen hochgeladen worden sein.

In beiden Ländern ermitteln die Behörden, inwiefern der Trend zu extremen Raser-Videos auf Plattformen wie TikTok mit den tödlichen Unfällen in Zusammenhang steht.

Source: DER SPIEGEL (Justiz & Kriminalität)