Drogenring in Braunau zerschlagen: sechs Festnahmen, Kinder abgenommen
Ermittler hoben im Bezirk Braunau einen umfangreichen Drogenkomplex aus – mit Cannabisplantage, Waffen und mutmaßlichen Sexualdelikten. Sechs Personen wurden inhaftiert, mehrere Kinder in Obhut genommen.

Drogenring im Bezirk Braunau ausgehoben – Kinder aus kindeswohlgefährdenden Verhältnissen genommen
Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei im oberösterreichischen Bezirk Braunau einen umfangreichen Drogenkomplex zerschlagen. Wie Google News AT — Crime (de) berichtet, wurden bis dato sechs Personen festgenommen, davon fünf in eine Justizanstalt eingeliefert. Ausgangspunkt war ein Hinweis der Grenzpolizeiinspektion Simbach, der im März 2026 beim Koordinierten Kriminaldienst Braunau einging.
Anfang April 2026 durchsuchten Beamte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis ein Wohnhaus im Bezirk Braunau. Im Keller stießen sie auf eine professionell betriebene Cannabisplantage mit Kapazität für mindestens 200 Pflanzen. Sichergestellt wurden rund 1,6 Kilogramm Marihuana, synthetische Suchtmittel sowie diverse Hieb- und Stichwaffen.
Im Haus angetroffen wurden ein 44-jähriger Mann, seine 37-jährige Lebensgefährtin und zwei minderjährige Kinder. Das Paar steht im Verdacht, in den vergangenen Monaten mindestens 25 Kilogramm Marihuana produziert zu haben. Davon sollen zumindest 18 Kilogramm sowie rund 500 Gramm Amphetamin und geringe Mengen Methamphetamin und Kokain an Subdealer und Abnehmer weitergegeben worden sein.
In einem gesondert eingerichteten Raum fanden Ermittler eine selbst gebaute Videoaufzeichnungsanlage sowie zahlreiche Datenträger, die offenbar für die Produktion privater pornografischer Aufnahmen genutzt wurden. Im Zuge der weiteren Nachforschungen konnten vier mutmaßliche Opfer von Sexualdelikten identifiziert werden.
Die Ermittlungen führten auch in die unmittelbare Nachbarschaft: Ein 39-jähriger Mann und eine 33-jährige Frau stehen im Verdacht, Suchtgift im Kilogrammbereich angekauft zu haben. Auch bei ihnen wurden alarmierende Lebensumstände vorgefunden, woraufhin weitere Kinder von den zuständigen Behörden in Obhut genommen wurden.
Besonders gravierend waren die Zustände, unter denen die Kinder im Hauptobjekt lebten: Aufgrund massiv kindeswohlgefährdender Verhältnisse wurden die zwei Minderjährigen noch während der Hausdurchsuchung durch die Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft Braunau abgenommen. Die desolaten Wohn- und Installationsverhältnisse erforderten zudem den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr sowie ein Einschreiten des Bürgermeisters als Baubehörde.
Ermittler verfolgten darüber hinaus die Lieferkette für synthetische Suchtmittel zurück: Vier weitere Tatverdächtige aus dem Bezirk Braunau – im Alter von 29, 31, 32 und 36 Jahren – sollen mindestens sechs Kilogramm Amphetamin sowie Kokain und Methamphetamin ins Wohnhaus für den Weiterverkauf geliefert haben. Sie wurden im Mai und Juni 2026 in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Oberösterreich festgenommen.
Die bisherige Bilanz: sechs inhaftierte Personen, rund 40 ausgeforscht Abnehmer sowie weitere Sicherstellungen von einem Kilogramm Amphetamin, größeren Mengen Ecstasy-Tabletten, Drogengeld und digitalen Beweismitteln. Sämtliche Festgenommenen zeigten sich zu den Drogendelikten geständig. Die Ermittlungen dauern an.
Source: Google News AT — Crime (de)