Schießerei bei Rave in Aarau: Eine Tote, fünf Verletzte – Täter flüchtig
Bei einem Rave auf einer Pferderennbahn in Aarau fielen in der Nacht auf Sonntag zahlreiche Schüsse. Eine 22-jährige Italienerin starb, fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt.

Großeinsatz in Aarau nach tödlichen Schüssen auf Rave-Veranstaltung
Bei einem Rave auf der größten Pferderennbahn der Schweiz in Aarau sind in der Nacht auf Sonntag zahlreiche Schüsse gefallen. Wie ORF berichtet, kam dabei eine junge Frau ums Leben, fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Die Täterschaft ist flüchtig, Motive und genaue Umstände sind laut Polizei weiterhin ungeklärt.
Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, erklärte am Nachmittag, dass Spurensicherung und Beweissicherung am Tatort laufen. „Mögliche Motive sowie die genauen Umstände der Tat sind noch unklar", so Graser. Zur Frage, ob es sich um eine oder mehrere Personen handle, gebe es bisher keine gesicherten Erkenntnisse.
Die Täter sind nach wie vor auf der Flucht. „Wir haben keine Kenntnisse, wo sich die Täterschaft befinden könnte", sagte Graser. Wohin die Täter geflüchtet seien, sei Gegenstand laufender Ermittlungen. Trotz der unklaren Lage schloss der Sprecher aus, dass von der Täterschaft eine unmittelbar neue Gefahr ausgehe.
Ob ein gezielter Anschlag vorliege, ließ Graser offen. „Dagegen spricht, dass der Rave bereits in Auflösung begriffen war. Möglich wäre auch eine Auseinandersetzung", sagte er. Nahezu die gesamte Aargauer Polizei sei im Einsatz, die Lage werde laufend beobachtet.
Todesopfer ist eine 22-jährige Italienerin
Bei dem Todesopfer handelt es sich nach Angaben der italienischen Regierung um die 22-jährige Maria Spinelli. Das Außenministerium in Rom teilte mit, zwei weitere Italiener seien leicht verletzt worden. Die Schweizer Behörden bestätigten, dass alle Opfer ihren Wohnsitz in der Schweiz hatten.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach den Angehörigen der Getöteten ihr tiefstes Beileid aus. Ihre Gedanken seien zudem bei den Verletzten sowie allen in das Geschehen verwickelten Personen, teilte ihr Büro mit.
Vier Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 27 Jahren wurden bei dem Vorfall teils schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte.
Zeugen hielten Schüsse zunächst für Feuerwerk
Mehrere Augenzeugen äußerten sich gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick". Eine Frau schilderte, dass die Besucher die Schüsse anfangs für ein Feuerwerk gehalten hätten. Erst als jemand „Alle runter!" rief, hätten sie die Gefahr erkannt. Ihre Gruppe habe sich unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Anwesenden seien anschließend von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden. „Es war schrecklich", sagte die Zeugin. Das Geschehen habe sich unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung abgespielt.
Auch DJ Tekibo, der bei dem Event aufgelegt hatte, meldete sich in einer Instagram-Story zu Wort. Was auf dem Rave passiert sei, sei „absolut herzzerreißend". „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein", schrieb er. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und werde sich für eine Zeit zurückziehen.
Veranstaltung auf der größten Rennbahn der Schweiz
Der Rave fand auf einer Pferderennbahn in Aarau statt, rund 40 Kilometer westlich von Zürich. Die Veranstalter hatten nach eigenen Angaben rund 3.500 Personen erwartet und das Event im Vorfeld als „größten Rave in der Nordwestschweiz" beworben. Wie viele Personen zum Zeitpunkt der Schüsse noch auf dem Gelände waren, blieb zunächst unklar.
Die Polizei bat die Öffentlichkeit, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden, um die Ermittlungen zu unterstützen.
Source: ORF