Schießerei beim Aarau Rave: 22-jährige Italienerin tot, fünf Verletzte
Bei einem Technofestival auf der Pferderennbahn in Aarau fielen in der Nacht auf Sonntag mehrere Schüsse. Eine 22-Jährige starb, fünf weitere Personen wurden verletzt.

Großfahndung nach tödlichen Schüssen beim „Aarau Rave VOL. 7"
Bei einem Techno-Rave auf der Pferderennbahn des Aargauischen Rennvereins in Aarau sind in der Nacht auf Sonntag mehrere Schüsse gefallen. Wie WELT berichtet, wurde dabei eine 22-jährige Italienerin getötet; fünf weitere Personen erlitten leichte bis schwere Verletzungen. Unter den Verletzten befindet sich auch eine deutsche Staatsangehörige.
Zwei verschiedene Kaliber am Tatort sichergestellt
Die Schüsse fielen laut Schweizer Medienberichten zwischen 2 und 3 Uhr, kurz nach dem Ende der Veranstaltung, zu der rund 3.500 Besucher erwartet worden waren. Einsatzleiter Matthias Schildknecht erklärte auf einer Pressekonferenz am Abend, dass die Einsatzkräfte am Tatort Projektile und Munitionsspuren von zwei verschiedenen Kalibern sichergestellt hätten. Bei einem handele es sich um Neun-Millimeter-Munition, wie sie typischerweise in Pistolen oder Maschinenpistolen Verwendung findet. Zudem seien über ein Dutzend Hülsen sichergestellt worden, wie sie bei Langwaffen – etwa Sturmgewehren – eingesetzt werden.
„Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine abschließenden und weiteren Angaben zur Täterschaft machen", betonte Schildknecht. Auch Stunden nach der Tat wollten sich die Ermittler nicht festlegen, ob sie einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu untersuchen – und ob es einen oder mehrere Täter gibt.
Todesopfer: Maria Spinelli, 22 Jahre alt, wohnhaft in der Region
Die Aargauer Kantonspolizei bestätigte über den Kurznachrichtendienst X, dass die 22-Jährige noch am Tatort ihren Verletzungen erlegen sei. Bei dem Todesopfer handelt es sich um Maria Spinelli, eine Italienerin, die in der Region wohnhaft war. Vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden ins Krankenhaus gebracht.
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte auf X ihr Beileid: „Ich möchte mein tiefstes Mitgefühl für den Tod von Maria Spinelli, der jungen Italienerin, die zum Opfer der tragischen Schießerei in Aarau, Schweiz, fiel, ausdrücken."
Zeugen hielten Schüsse zunächst für Feuerwerk
Gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick" schilderten mehrere Augenzeugen, wie der Abend eskalierte. Eine Besucherin berichtete, die Schüsse seien zunächst für ein Feuerwerk gehalten worden. Dann habe jemand „Alle runter!" gerufen, woraufhin sich die Gruppe unter dem DJ-Pult versteckt habe. Eine Frau sei dabei von einer Kugel getroffen worden. Alle noch anwesenden Besucher – zum Zeitpunkt der Schüsse sollen es noch weit mehr als 100 Personen gewesen sein – wurden von der Polizei in eine Turnhalle gebracht. „Es war schrecklich", sagte die Zeugin der Zeitung.
DJ Tekibo: „Techno sollte ein Ort der Freiheit sein"
Auch der Veranstaltungs-DJ meldete sich zu Wort. DJ Tekibo schrieb in einer Instagram-Story, das Geschehene sei „absolut herzzerreißend". Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde nicht die richtigen Worte. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein", schrieb er und kündigte an, sich für eine Zeit zurückzuziehen.
Der Vorfall ereignete sich beim „Aarau Rave VOL. 7" – einem seit Jahren etablierten Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins, rund 40 Kilometer westlich von Zürich.
Fahndung läuft, keine akute Gefahr für die Bevölkerung
Ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau erklärte gegenüber „Blick", es gebe „keine konkreten Hinweise auf die Täterschaft". Man schätze es als „eher unwahrscheinlich" ein, dass sich die Täter noch im Raum Aarau aufhielten; eine erneute Gefährdung durch dieselbe Täterschaft könne ausgeschlossen werden. Eine „akute Gefahrensituation" bestehe nicht, die Bevölkerung solle aber wachsam bleiben.
Die Polizei rief dennoch dazu auf, das weiträumig abgesperrte Gebiet zu meiden: „Bleiben Sie dem Gebiet fern." Als Routinemaßnahme sind laut einem Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg auch deutsche Behörden an den grenzüberschreitenden Fahndungsmaßnahmen beteiligt.
Das Schwimmbad Aarau bleibt aufgrund des laufenden Großeinsatzes bis auf Weiteres geschlossen. Die Hintergründe der Tat – darunter Motiv, Täteranzahl und Verbleib der Tatverdächtigen – sind weiterhin ungeklärt.
Source: WELT