Schießerei beim Aarauer Rave: 22-Jährige getötet, Polizei fahndet landesweit
Bei einer Rave-Party in Aarau wurde eine 22-jährige Frau erschossen, vier weitere Personen verletzt. Die Kantonspolizei Aargau fahndet mit einer Grossfahndung nach den Tätern.

Grossfahndung nach tödlichen Schüssen am Aarauer Rave
Nach den Schüssen am Ende einer Rave-Party in Aarau, bei der eine 22-jährige Frau ums Leben kam, fahndet die Kantonspolizei Aargau laut Google News CH — Crime (de) mit einer landesweiten Grossfahndung nach dem oder den Schützen. Vier junge Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren wurden leicht bis schwer verletzt.
Polizei-Mediensprecher Bernhard Graser gab am Sonntagnachmittag an einem kurzfristig einberufenen Point de Presse bekannt, die Polizei sei um 2.30 Uhr morgens alarmiert worden. Rasch habe sie erkannt, dass es sich um einen grösseren Vorfall handle und sofort alle verfügbaren Einheiten aufgeboten. Seit zwölf Stunden seien praktisch alle verfügbaren Aargauer Polizistinnen und Polizisten im Einsatz; auch andere Kantone hätten Kräfte zur Verfügung gestellt.
Der Tatort auf dem Aargauer Schachen bleibe abgesperrt — nicht wegen einer drohenden Gefahr, sondern wegen umfangreicher Spurensicherungsarbeiten, so Graser. Untersucht werde unter anderem, wie viele Schüsse abgefeuert worden seien. Die Polizei geht davon aus, dass eine «grössere Anzahl von Schüssen» fiel.
«Aufgrund der ganzen Situation schliessen wir aus, dass die Täterschaft irgendwo wieder aktiv und zu einer neuen Gefahr werden könnte», sagte der Polizei-Mediensprecher vor den Medien.
Rund etwas über hundert Raverinnen und Raver wurden von der Polizei nach den Schüssen in einer Turnhalle befragt. Mögliche Motive sowie die genauen Umstände der Tat seien noch unklar, hatte die Kantonspolizei bereits zuvor mitgeteilt. An der Fahndung nach den Tätern beteiligt sich laut der Deutschen Presse-Agentur auch die deutsche Polizei — ein Routineverfahren im Rahmen der polizeilichen Zusammenarbeit, wie ein Sprecher der Polizei in Freiburg im Breisgau bestätigte.
Laut den italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos handelt es sich beim Todesopfer um eine Italienerin. Ansa berichtete unter Berufung auf das italienische Aussenministerium, der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis habe seinem italienischen Amtskollegen kondoliert. Die Kantonspolizei Aargau sprach von Opfern mit Wohnsitz in der Schweiz.
Ein Augenzeuge, der sich im Aargauer Regionalfernsehen Tele M1 als Besucher der Party ausgab, schilderte, der Lärm habe zunächst an Feuerwerk erinnert. Als gegen 2.30 Uhr die Musik aufgehört habe, seien die Gäste in Richtung Ausgang gegangen. «Erst nachdem ein paar Leute sagten: Duckt euch, es wird geschossen! realisierten ein paar Leute, was ging, und versteckten sich hinter dem Kühlschrank der Bar», so der Mann. Eine Frau habe dort am Boden gelegen, von einem Schuss getroffen, und sei noch vor Ort verstorben.
Auf dem Aarauer Schachen hatte am Samstagabend der «Aarauer Rave» stattgefunden, bei dem DJs Technomusik auflegten. Die Veranstalter hatten laut ihrer Website mit 3500 Besucherinnen und Besuchern gerechnet. Schauplatz war die Pferderennbahn auf dem Gelände, das auch ein Schwimmbad und weitere Sportanlagen umfasst.
Der am Event aufgetretene Techno-DJ Tekibo schrieb nach dem Vorfall in den sozialen Medien, Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein. Er sei «okay», aber verarbeite noch, was geschehen sei, da er eine «wichtige Freundin» verloren habe. «RIP M», schrieb der DJ.
Die Aargauer Kantonsregierung erklärte auf der Plattform X, sie sei «tief betroffen über die Gewalttat in Aarau», verurteile diese und denke an die Opfer, ihre Angehörigen sowie alle, die den Vorfall hätten miterleben müssen.
Source: Google News CH — Crime (de)