Schüsse bei Rave im Kanton Aargau: 22-Jährige tot, Schweizer festgenommen
Bei einem Rave im Schweizer Kanton Aargau wurde eine 22-jährige Italienerin erschossen, fünf weitere Personen verletzt. Die Polizei nahm einen 43-jährigen Schweizer fest.

Verdächtiger nach tödlichen Schüssen beim Aarauer Rave in Gewahrsam
Ein 43-jähriger Schweizer ist am Montag kurz vor 1.00 Uhr unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden, wie ORF unter Berufung auf die Kantonspolizei Aargau berichtet. Er steht im Verdacht, beim Aarauer Rave eine 22-jährige Italienerin erschossen und fünf weitere Personen teils schwer verletzt zu haben. Das Motiv ist weiterhin unklar.
Die Opfer – eine Deutsche und vier Schweizer im Alter von 24 bis 27 Jahren – sind laut einer Polizeisprecherin außer Lebensgefahr. Die junge Italienerin kam noch vor Ort ums Leben.
Drei Hypothesen, zwei Waffen
Polizeikommandant Michael Leupold nannte drei gleichrangige Hypothesen: Terroranschlag, Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu. Er geht von Zufallsopfern aus; die Betroffenen hätten einander nicht gekannt.
Zunächst hatten die Behörden mitgeteilt, es seien zahlreiche Schüsse aus mindestens zwei Waffen abgegeben worden. Zwei unterschiedliche Patronenhülsen wurden sichergestellt – passend zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr. Trotz dieser Befunde geht die Polizei derzeit von einem Einzeltäter aus.
Rund 3.500 Besucher auf dem Gelände
Das Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins gilt als größter Rave in der Nordwestschweiz und findet seit Jahren an gleicher Stelle statt. Zum Zeitpunkt der Schüsse, kurz nach Veranstaltungsende, hielten sich laut Polizei noch „weit über 100" Personen auf dem Gelände auf. Insgesamt waren rund 3.500 Besucher anwesend gewesen.
Die ersten Notrufe gingen kurz nach Ende der Veranstaltung ein. Da der Ernst der Lage sofort erkennbar war, rückten die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot aus. Alle verbliebenen Besucher wurden anschließend in eine Turnhalle gebracht.
Zeugen: Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten
Gegenüber der Schweizer Boulevardzeitung „Blick" schilderten mehrere Zeuginnen und Zeugen den Ablauf. Eine Frau berichtete, die Besucher hätten die Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten. Dann habe jemand „Alle runter!" gerufen, woraufhin sich die Gruppe unter dem DJ-Pult versteckt habe. „Es war schrecklich", so die Zeugin.
Die Polizei bat die Öffentlichkeit, Video- und Bildmaterial über den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau einzureichen.
Reaktionen aus dem In- und Ausland
Der Aargauische Rennverein sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Die Aarauer Rave-Party wurde von einem schweren Ereignis überschattet", hieß es in einer Mitteilung des Vereins. Der Veranstalter schrieb auf seiner Website: „Der hinterhältige Anschlag auf die Gäste des Aarauer Rave hat unsere Herzen gebrochen."
Auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach den Angehörigen der getöteten Landsfrau ihr tiefstes Beileid aus. Ihre Gedanken seien zudem bei den Verletzten und allen in das Geschehen Verwickelten, teilte ihr Büro mit. Die Entwicklungen verfolge sie über eine Taskforce des italienischen Außenministeriums.
Die Ermittlungen zum genauen Hergang sowie zu Hintergründen und Motiv sind laut Kantonspolizei Aargau noch im Gange.
Source: ORF