Tödliche Schiesserei am Aarauer Rave: Polizei tappt im Dunkeln

Eine 22-jährige Italienerin starb bei Schüssen auf einer Raveparty in Aarau. Die Täterschaft ist flüchtig, fünf weitere Personen wurden verletzt.

Tödliche Schiesserei am Aarauer Rave: Polizei tappt im Dunkeln

Fahndung läuft – Täterschaft nach Aarauer Rave-Schiesserei weiter unbekannt

Nach der tödlichen Schiesserei an der Raveparty auf dem Aarauer Schachen hat die Aargauer Polizei bis Sonntagabend keine Spur zur Täterschaft aufnehmen können. Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, ermitteln die Behörden in drei Richtungen: Terroranschlag, Amoklauf oder kriminelle Abrechnung im Milieu.

Die Täterschaft sei unmittelbar nach den Schüssen geflüchtet, erklärte Aargauer Polizeikommandant Michael Leupold am Sonntagabend vor den Medien. Die Fahndung laufe schweizweit – unter Beteiligung des Bundesamtes für Polizei (Fedpol), des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB), weiterer Kantonspolizeien insbesondere in Solothurn sowie der deutschen Polizei.

Sonder-Einsatzleiter Matthias Schildknecht zufolge fand die Polizei Munitionsspuren zweier verschiedener Waffen: Eine davon werde bei Langwaffen wie Sturmgewehren eingesetzt, die andere gehöre zum Kaliber neun Millimeter. Geschossen wurde laut Leupold an zwei verschiedenen Orten auf dem Gelände. Augenzeugen berichteten von zwei Tätern, doch Leupold liess offen, ob nicht auch ein einzelner Täter mit zwei Waffen gehandelt haben könnte.

Am Samstagabend fand auf der Pferderennbahn des Aarauer Schachens der «Aarauer Rave» statt. Die Veranstalter erwarteten laut ihrer Webseite rund 3500 Personen. Das Gelände umfasst neben der Rennbahn weitere Sport- und Freizeitanlagen, ein Teil davon liegt im Kanton Solothurn.

Den Schüssen in der Nacht auf Sonntag fiel eine 22-jährige Italienerin mit Wohnsitz in der Schweiz zum Opfer. Vier junge Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren wurden leicht bis schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau eröffnete laut Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht ein Strafverfahren wegen Verdachts auf mehrfache vorsätzliche Tötung.

Leupold betonte, von der flüchtigen Täterschaft gehe weiterhin eine Gefahr aus. Das Risiko für die Region Aarau sei jedoch nicht höher einzuschätzen als für die übrige Schweiz; die Bevölkerung könne sich normal bewegen.

Bundespräsident Guy Parmelin äusserte sich auf X «tief betroffen» über die Ereignisse und sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus. Bundesrat Ignazio Cassis kondolierte seinem italienischen Amtskollegen Antonio Tajani; das Aussendepartement (EDA) in Bern bestätigte entsprechende Berichte italienischer Nachrichtenagenturen. Auch die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni drückte auf X ihr Beileid aus.

Aargauer Polizeivorsteher Dieter Egli zeigte sich ebenfalls betroffen: «Ich möchte betonen, dass einmal mehr ein Ort, an dem Menschen friedlich zum Feiern zusammengekommen sind, zum Tatort eines Verbrechens wurde», sagte er am Sonntagabend. Ein solcher Vorfall könne leider nicht nur in Grossstädten geschehen, sondern auch in Aarau.

Source: Google News CH — Crime (de)

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