Unbekannter filmt duschende Fussballerinnen beim FC Naters – Staatsanwaltschaft ermittelt

Beim FC Naters Oberwallis filmte ein Unbekannter Spielerinnen unter der Dusche. Die betroffenen Frauen erstatteten Anzeige, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Unbekannter filmt duschende Fussballerinnen beim FC Naters – Staatsanwaltschaft ermittelt

Voyeur-Vorfall im Walliser Amateurfussball: Kamera durch Duschraumfenster gerichtet

Wie 20 Minuten unter Berufung auf den «Walliser Boten» berichtet, wurde das Seniorinnen-Team des FC Naters Oberwallis Opfer eines Voyeur-Vorfalls: Ein Unbekannter filmte die Spielerinnen während des Duschens durch ein Außenfenster der Garderobe.

Eine Spielerin bemerkte nach dem Training eine Hand, die von außen ein Mobiltelefon durch ein kleines Fenster zur Dusche hielt. Die Mannschaft reagierte sofort und verließ die Umkleidekabine – die unbekannte Person war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits verschwunden. Wegen eines Open-Air-Festivals in der Nähe hielten sich an jenem Abend viele Menschen auf dem Gelände auf, was die Identifizierung des Täters laut dem Verein erschwert.

Mehrere Quellen bestätigten gegenüber dem «Walliser Boten» den Vorfall; der FC Naters Oberwallis seinerseits bestätigte ihn ebenfalls offiziell und versandte intern ein Communiqué an die Mitglieder. Ob Bild- oder Videoaufnahmen existieren und ob solche weitergeleitet wurden, ist laut Vereinsmediensprecher Johnny Schalbetter derzeit unklar. «Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst», erklärte Schalbetter. Der Club verurteile den «schweren Eingriff in die Privatsphäre» aufs Schärfste; den betroffenen Frauen gelte die volle Unterstützung des Vereins. «Ihr Schutz und ihre Wünsche haben bei sämtlichen weiteren Schritten höchste Priorität», betonte er.

Als erste Sofortmaßnahme brachte der Verein Sichtschutzfolien an den betroffenen Fenstern an. Gemeinsam mit der Gemeinde Naters, der die Sportanlage gehört, werden weitere Maßnahmen geprüft. Das Frauenteam nutzt die betreffende Kabine vorerst nicht mehr. «Es kann nicht sein, dass so etwas passiert und die Frauen beim nächsten Training wieder in derselben Kabine sein müssen, solange man dort hineinsehen kann», so Schalbetter.

Die betroffenen Spielerinnen erstatteten Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei; die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. «Wir tolerieren das nicht», stellte Schalbetter klar.

Der Fall reiht sich in einen ähnlichen Vorfall ein: Anfang des Jahres war ein Schweizer Schiedsrichter verurteilt worden, nachdem er beim österreichischen Club SCR Altach heimlich Kameras in der Umkleidekabine eines Frauenteams installiert hatte.

Source: 20 Minuten

Read this article in English