Zürcher Stadtpolizist vor Gericht: Gewalt gegen gefesselten Asylsuchenden
Ein 35-jähriger Polizist steht wegen Amtsmissbrauchs vor dem Bezirksgericht Zürich. Er soll einen gefesselten Mann misshandelt haben.

Zürcher Polizist soll Verhafteten während Transport misshandelt haben
Wie watson.ch unter Berufung auf Google News CH — Crime (de) berichtet, muss sich ein 35-jähriger Stadtpolizist am Mittwochnachmittag vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Amtsmissbrauch vor.
Gemäss Anklageschrift soll der Beamte im Oktober 2023 an einem Sonntagmorgen einen Verhafteten bei einer Verlegung vom Sonderkommissariat am Bahnhofquai in den Hafttrakt des Kripogebäudes misshandelt haben. Das Opfer war mit auf dem Rücken gefesselten Händen unterwegs und verhielt sich laut Anklage zu keinem Zeitpunkt aggressiv oder unkooperativ.
Im Gebäude soll der Beschuldigte den Kopf des gefesselten Mannes zwei- bis dreimal gegen die Wand gestossen haben. Zusätzlich habe er ihm mehrmals gezielt mit der Faust in die Rippen geschlagen und ihm mit einem Schuh gegen den Hinterkopf gehauen.
In der Zelle kam es zu weiteren Übergriffen. Weil der Verhaftete einer Aufforderung zum Hinknien aufgrund einer Sprachbarriere nicht sofort nachkam, trat der Polizist ihm in die Kniekehle. Als der Mann am Boden kauerte, soll der Beamte weitere Fusstritte gegen sein Bein versetzt haben. Das Opfer konnte sich wegen der Fesseln nicht wehren.
Die Staatsanwaltschaft fordert einen Schuldspruch wegen Amtsmissbrauchs sowie eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 110 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zusätzlich beantragt sie eine unbedingte Busse von 4000 Franken.
Source: Google News CH — Crime (de)