Ausbruch aus JVA Duisburg-Hamborn: Häftling sägte Gitterstab durch und kletterte aufs Dach
Ein 35-jähriger Untersuchungsgefangener ist in der Nacht aus der JVA Duisburg-Hamborn geflohen. Die Fahndung läuft, neue Details zum Ausbruchsplan wurden bekannt.

Flucht aus Duisburger Gefängnis: Versteck im Zellenboden, durchgesägter Gitterstab
Gegen 3.20 Uhr in der Nacht ist einem 35-jährigen Untersuchungsgefangenen die Flucht aus der JVA Duisburg-Hamborn gelungen. Wie WELT berichtet, teilte das Justizministerium Nordrhein-Westfalen den Vorfall mit. Bei dem Flüchtigen soll es sich um einen serbischen Staatsangehörigen handeln. Am frühen Vormittag fehlte von ihm jede Spur, wie ein Sprecher der Duisburger Polizei bestätigte.
Der Mann hatte den Ausbruch offenbar sorgfältig vorbereitet. Im Boden seiner Zelle hatte er einen Hohlraum unter dem Linoleumbelag angelegt – ein Versteck, das bei Zellenkontrollen unentdeckt blieb. Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, das Versteck sei inzwischen gefunden worden, Werkzeug habe sich darin jedoch nicht mehr befunden.
Rekonstruktionen zufolge sägte der Häftling einen Gitterstab vor dem Fensterzum Innenhof durch. Die Feinvergitterung drückte er mithilfe des Zellentisches als Hebel auf. Anschließend kletterte er über die Fassade auf der Innenseite des Gebäudes aufs Dach, bevor er auf der Außenseite auf bislang unbekannte Weise nach unten gelangte.
NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel. „Der heutige Ausbruch ist absolut inakzeptabel. Die oberste Priorität hat jetzt die schnelle Ergreifung des flüchtigen Untersuchungshäftlings", erklärte Limbach. Parallel müsse der Vorfall umfassend aufgeklärt werden.
Ein Sicherheitsexperte des Ministeriums nahm noch am selben Tag die Ermittlungen in der Anstalt auf. „Wir werden lückenlos aufklären, wie diese Sicherheitslücke entstehen konnte, um aus den Ergebnissen umgehend die notwendigen Konsequenzen zu ziehen", kündigte der Minister an.
Der Mann befand sich laut Ministerium seit dem 10. Februar wegen des Verdachts auf Diebstahl in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich war er zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden – dieses Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Die Fahndung nach dem Flüchtigen dauert an.
Source: WELT