Gefälschtes Polizeiprotokoll als Mordmotiv: Cold Case Cakici in Oldenburg
Die Polizei Oldenburg hat im Fall des seit 2017 vermissten Ex-Hells-Angels-Bosses Cakici erstmals ein konkretes Motiv identifiziert: ein gefälschtes Sicherstellungsprotokoll.

Gefälschtes Dokument soll verschwundene Drogenlieferung verschleiern
Im Cold Case um den verschwundenen Ex-Rocker-Boss Süleyman Cakici hat die Polizei Oldenburg nach eigenen Angaben erstmals einen konkreten Hinweis auf ein mögliches Tatmotiv gefunden. Wie ndr.de berichtet, stießen Ermittler auf ein gefälschtes polizeiliches Sicherstellungsprotokoll, das offenbar dazu dienen sollte, eine unterschlagene Drogenlieferung zu vertuschen.
Das Dokument sollte laut einem Bericht der Nordwest Zeitung bei Drogen-Geschäftspartnern den Eindruck erwecken, die Polizei hätte die Ware beschlagnahmt. Ob das Indiz tatsächlich mit Cakicis Verschwinden in Verbindung steht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Ein Polizeisprecher war für Nachfragen zunächst nicht erreichbar.
Cakici, ehemaliger Boss der Gruppierung „Hells Angels Turkey Nomads", wird seit Juli 2017 vermisst. Er war damals 29 Jahre alt. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus.
Thomas Weber, Leiter der Oldenburger Polizeiinspektion, betonte, die Behörde habe die Suche nach neuen Ermittlungsansätzen zu keinem Zeitpunkt aufgegeben. „Auch wenn die Tat bereits längere Zeit zurückliegt, haben wir nie aufgehört, nach neuen Ermittlungsansätzen zu suchen", sagte Weber. Es sei nun gelungen, „ein möglicherweise entscheidendes Puzzleteil" zu finden.
Weber unterstrich die Entschlossenheit der Behörde, den Fall vollständig aufzuklären: „Mord verjährt nicht." Bei den Ermittlungen kamen dabei Methoden zum Einsatz, die der Polizei und dem LKA zuvor nicht zur Verfügung gestanden hatten.
Nach einer öffentlichen Sendung zu dem Fall waren zahlreiche Hinweise bei der Polizei eingegangen. Die Behörde hat ein Portal eingerichtet, über das auch anonym Informationen übermittelt werden können.
Source: Google News DE — Crime (de)