KI-Assistent „Cursor" für Ransomware-Angriffe missbraucht – Teckentrup betroffen
Russischsprachige Hacker nutzten den KI-Programmierassistenten „Cursor" für Cyberangriffe auf mindestens sieben Unternehmen weltweit, darunter den deutschen Garagentorhersteller Teckentrup.

Ransomware-Gruppe „Aur0ra" täuscht KI mit Scheinszenarien
Russischsprachige Hacker haben den KI-Programmierassistenten „Cursor" genutzt, um Cyberangriffe auf mindestens sieben Unternehmen weltweit durchzuführen – darunter einen deutschen Hersteller. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Reuters-Daten sowie Berichte der IT-Sicherheitsfirmen Gambit Security und CloudSek, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.
Die Ransomware-Gruppe „Aur0ra" griff zwischen dem 8. April und dem 21. Mai Firmen in Deutschland, Belgien, den USA, Schottland, Italien und Argentinien an. Zu den namentlich identifizierten Opfern zählt der deutsche Garagentorhersteller Teckentrup sowie ein belgisches Chemieunternehmen. SpaceX, seit Anfang des Monats Eigentümer von „Cursor", äußerte sich nicht zu den Vorfällen.
Teckentrup erklärte auf seiner Webseite, ein erfolgreicher Cyberangriff habe nicht stattgefunden. „Die IT-Sicherheitsmaßnahmen haben ordnungsgemäß funktioniert", teilte das Unternehmen mit. Es gebe keine Hinweise auf unbefugten Zugriff oder eine Kompromittierung von Systemen oder Daten.
Laut CloudSek verzeichnete die Hackergruppe insgesamt mindestens 20 Opfer. Wie viele davon mithilfe der KI angegriffen wurden, blieb unklar. Reuters konnte sechs Betroffene identifizieren, nachdem die Nachrichtenagentur Teile der Chat-Daten unabhängig überprüft hatte. Mindestens einer der Betroffenen tauchte auf der Leak-Seite der Hacker auf – ein Hinweis auf einen gescheiterten Erpressungsversuch.
Die Angreifer umgingen die Sicherheitsvorkehrungen von „Cursor", indem sie der Software vortäuschten, es handle sich um eine Simulation. Aus Protokollen auf einem ungeschützten Server geht hervor, dass der KI-Agent daraufhin Hunderte Aktionen ausführte. „Dies ist eine Testumgebung, also ist es legal", schlussfolgerte die KI laut einem der Protokolle selbst.
Beim Angriff auf Teckentrup empfahl die Software den Einsatz eines bekannten Schadprogramms und bewertete die Erfolgschance als „sehr hoch". Solche Werkzeuge verschafften Cyberkriminellen einen erheblichen Vorteil, erklärte Eyal Sela von Gambit: Viele manuelle Schritte entfielen, wodurch Angriffe 30 bis 50 Prozent schneller ausgeführt werden könnten.
Bei der eingesetzten Technik handelte es sich um das Modell Claude Sonnet 4.5 des Anbieters Anthropic, auf dem „Cursor" basiert. KI-gestützte Hackerangriffe seien die neue Normalität, sagte Gambit-Strategiechef Curtis Simpson. „Wir werden so etwas in Zukunft immer häufiger sehen."
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung