Lebenslange Haft für 81-Jährigen: Mord an US-Studentin Amy Lopez in Koblenz nach 32 Jahren gesühnt

Ein Koblenzer Gericht verurteilte Hans S. (81) wegen Mordes an der US-Studentin Amy Lopez zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld.

Lebenslange Haft für 81-Jährigen: Mord an US-Studentin Amy Lopez in Koblenz nach 32 Jahren gesühnt

Lebenslange Haft nach 32 Jahren: Urteil im Mordfall Amy Lopez

Das Landgericht Koblenz hat Hans S. (81) am Freitag um 11.10 Uhr wegen Mordes an der US-amerikanischen Studentin Amy Lopez zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt – mit besonderer Schwere der Schuld. Wie BILD berichtet, rollte der Angeklagte mit einem Rollator in den Gerichtssaal und verfolgte das Urteil ohne erkennbare Regung.

Der Vorsitzende Richter Rupert Stehlin sprach von einer „gezielt und planvoll durchgeführten Tat zur Befriedigung des Geschlechtstriebs". Gerichtssprecherin Eva Maria Kahn ergänzte, Amy Lopez sei „ein Zufallsopfer des Angeklagten" gewesen, „der gezielt nach einem weiblichen Vergewaltigungsopfer Ausschau gehalten hat". Ihren Tod habe er von vornherein billigend in Kauf genommen. Die Feststellung besonderer Schuldschwere schließt eine Entlassung nach der regulären Mindestverbüßungszeit von 15 Jahren aus.

Die Tat vom 26. September 1994

Amy Lopez war 24 Jahre alt und wollte die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz besichtigen sowie in einer Jugendherberge übernachten. Hans S. wohnte zu jener Zeit rund 300 Meter entfernt. Er hatte ein Messer und Handschellen bei sich, sprach Amy an und lockte sie in einen abgelegenen Raum der Festung. Dort fesselte und vergewaltigte er sie, stach anschließend neunmal zu und schlug mit einem Stein auf sie ein. Spielende Kinder entdeckten die Leiche. Der Täter flüchtete mit dem Fahrrad.

Jahrzehntelang fehlte jede Spur. Hans S. war zwar seit den 1960er Jahren polizeibekannt und mehrfach wegen Vergewaltigung verurteilt worden – auch 1999 zu sieben Jahren Haft wegen des Versuchs an einer 16-Jährigen –, doch ein konkreter Verdacht im Fall Lopez bestand nicht. Erst eine neue DNA-Analyse führte schließlich zu ihm. Er wurde im Altenheim festgenommen und stand seit Mitte August vor Gericht.

Vater des Opfers verfolgte Urteilsverkündung

Amys Vater Robert Rimbau (86) hatte seiner Tochter 1994 die Europareise geschenkt. Gemeinsam mit seinem Sohn Walter (59) reiste er aus den USA nach Koblenz, um als Nebenkläger an der Urteilsverkündung teilzunehmen. Die beiden saßen Hans S. dabei direkt gegenüber. Eine Stellungnahme gegenüber der Presse lehnten sie ab.

Ihre Anwältin Kathrin Kienle erklärte, die Familie habe all die Jahre nicht mit Amys Tod abschließen können, solange der Mörder auf freiem Fuß war: „Ich hoffe, dass es ihnen gelingt, jetzt diesen Frieden zu finden."

Schuldeingeständnis am letzten Verhandlungstag

Bis zum Schluss der Verhandlung zeigte Hans S. keinerlei Reue und äußerte keine Entschuldigung. Nach der Urteilsverkündung erklärte er lediglich: „Ich nehme das Urteil an. Das Einzige, was ich noch gutmachen kann, ist, dass ich meine Schuld eingestehe."

Nach mehr als drei Jahrzehnten des Wartens hat die Familie Lopez nun einen rechtskräftigen Schuldspruch erhalten. Hans S. wird das Gefängnis voraussichtlich nicht mehr lebend verlassen.

Source: BILD

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