Messerangriff an Schule in Gosen-Neu Zittau: Zwei Tote, 19-Jähriger festgenommen
An einer Schule in Gosen-Neu Zittau (Brandenburg) wurden eine 18-Jährige und ein 30-jähriger Erzieher getötet. Ein 19-jähriger Tatverdächtiger sitzt in Gewahrsam.

Trauerort Schule: Zwei Menschen nach Angriff in Gosen-Neu Zittau gestorben
An einer Schule im brandenburgischen Gosen-Neu Zittau sind am Donnerstag zwei Menschen getötet worden. Wie WELT berichtet, handelt es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei um eine Beziehungstat: Ein 19-Jähriger soll seine 18-jährige Ex-Freundin angegriffen haben. Bei der Tat starb auch ein 30-jähriger Kita-Erzieher. Der Tatverdächtige sitzt seitdem in Polizeigewahrsam.
Angaben zu Motiv und Tatwerkzeug machte die Polizei zunächst nicht. Medienberichten zufolge soll ein Messer eingesetzt worden sein.
Über hundert Menschen kamen zur Schule
Noch am Abend nach der Tat versammelten sich weit über hundert Menschen vor der Schule im Landkreis Oder-Spree, um Blumen niederzulegen und Kerzen anzuzünden. Viele weinten und hielten sich in den Armen. Am Freitag war die Schule als „Begegnungsraum" geöffnet. Mindestens die Hälfte der Schüler kam laut Michael Kunz, Sprecher der Academedia Education GmbH, am Vormittag – teils mit Familienangehörigen – zum Trauern.
„Das ist nichts, was normal ist an einer Schule", sagte Kunz. „Die Schülerin war allen gut bekannt." Es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner Form der Normalität zurückzukehren. Wie es mit dem Unterricht weitergehe, wolle man nun prüfen.
Schulpsychologen und Notfallteam vor Ort
Die Kreisverwaltung Oder-Spree teilte mit, dass schulpsychologische Fachkräfte und ein Notfallteam des Schulamtes für die rund 3.500 Einwohner zählende Gemeinde im Einsatz seien. „Niemand soll mit dem Erlebten allein bleiben", hieß es in der Mitteilung. Die Verwaltung bat darum, „den Betroffenen und ihren Familien jetzt den Raum zu lassen, den sie brauchen".
„Unser Mitgefühl gilt in diesen Stunden den Angehörigen, den Freundinnen und Freunden der Opfer – und allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften, die am Donnerstag Unfassbares erlebt haben", schrieb die Kreisverwaltung.
Ministerpräsident Woidke äußert Bestürzung
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte bereits am Donnerstag reagiert. „Diese Tat erschüttert unser gesamtes Land. Meine Gedanken und mein tiefstes Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei den Angehörigen der Opfer, ihren Familien und Freunden", sagte Woidke.
Der Regierungschef betonte, Schulen sollten ein sicherer Ort für junge Menschen sein. „Hier ist eine Schule zum Tatort einer unfassbaren Gewalttat geworden. Wir stehen an der Seite der gesamten Schulgemeinschaft – der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern." Woidke rief dazu auf, zusammenzustehen und den Hinterbliebenen die nötige Unterstützung zu bieten.
Source: WELT