BGH hebt Urteil gegen Raketen-Täter aus Berlin-Neukölln auf
Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen Atallah Younes aufgehoben. Der Fall muss neu verhandelt werden.

BGH kippt Bewährungsstrafe im Berliner Silvester-Raketenfall
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Mittwoch das Urteil gegen Atallah Younes aufgehoben. Das Berliner Landgericht hatte den 25-jährigen Palästinenser im April 2025 zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten wegen Sachbeschädigung verurteilt. Wegen eines Rechtsfehlers des Landgerichts muss der Fall nun neu verhandelt werden, wie BILD berichtet.
Younes hatte sich an Silvester 2024 zu Besuch in der Hauptstadt aufgehalten. Am frühen Abend des 31. Dezember 2024 zündete er in Berlin-Neukölln eine Silvesterrakete und richtete sie auf ein Wohnhaus. Die Rakete durchschlug ein Fenster und explodierte im Schlafzimmer eines Ehepaars. Das Paar hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Nebenzimmer auf und blieb unverletzt. Mobiliar und Einrichtung wurden beschädigt.
Im Anschluss veröffentlichte Younes ein mit Musik unterlegtes Video des Raketenabschusses auf Instagram. Mehr als sechs Millionen Menschen sahen das Video, bevor es gelöscht wurde.
Nach der Tat floh er zunächst, kehrte jedoch am Folgetag zurück, um sich bei den Bewohnern zu entschuldigen. Auch diese Begegnung hielt er in einem Video fest. Am 4. Januar 2025 wollte er in seine Heimat im Westjordanland ausreisen. Am Flughafen Berlin-Brandenburg wurde er festgenommen und kam in Untersuchungshaft.
Ursprünglich war Younes neben Sachbeschädigung auch wegen versuchter schwerer Brandstiftung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und des Herbeiführens einer Explosion angeklagt. Das Landgericht sah es nicht als erwiesen an, dass er Menschen verletzen wollte, und verurteilte ihn ausschließlich wegen Sachbeschädigung auf Bewährung. Der Haftbefehl wurde aufgehoben; Younes verließ den Gerichtssaal als freier Mann und reiste kurz darauf aus Deutschland aus.
Die Staatsanwaltschaft legte Revision beim BGH ein. Der BGH gab der Revision nun statt, hob das Urteil auf und verwies den Fall zurück nach Berlin.
Source: BILD