Mutmaßlicher Saboteur in Hamburg festgenommen – geplanter Anschlag auf Drohnenfabrik in der Slowakei
Ein 26-jähriger Lette wurde in Hamburg aufgrund eines europäischen Haftbefehls verhaftet. Er soll einen Brandanschlag auf eine slowakische Drohnenfabrik geplant haben.

Festnahme in Hamburg: Verdächtiger soll Anschlag auf slowakische Drohnenfabrik vorbereitet haben
Nach einem mutmaßlich vereitelten Brandanschlag auf eine Drohnenfabrik im Osten der Slowakei hat die Hamburger Polizei am Dienstag einen der Tatverdächtigen festgenommen. Wie Google News DE — Crime (de) berichtet, handelt es sich um einen 26-jährigen Mann lettischer Staatsangehörigkeit.
Eine Sprecherin der Hamburger Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, dass ein von einem slowakischen Gericht erlassener europäischer Haftbefehl gegen den Beschuldigten vollstreckt wurde. Zusätzlich liegt ein Auslieferungsersuchen der Slowakei vor. Das zuständige Hamburger Amtsgericht erließ auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft eine sogenannte Festhalteanordnung. Der Mann befindet sich derzeit in Deutschland in Haft.
Nach Erkenntnissen der slowakischen Sicherheitsbehörden soll der in Hamburg Festgenommene gemeinsam mit einem weiteren lettischen Staatsbürger sowie einem ukrainischen Staatsbürger den Anschlag auf eine Fabrik für Luftfahrtsysteme in der Ostslowakei geplant haben. In der Anlage werden offenbar auch militärisch genutzte Drohnen hergestellt. Parallel zur Festnahme in Hamburg wurden die mutmaßlichen Komplizen in der Slowakei verhaftet, wie die dortige Polizei mitteilte.
Dem Trio wird vorgeworfen, »im Auftrag« nicht genannter Dritter gehandelt zu haben. Ob die in der Fabrik produzierten Drohnenkomponenten auch im Konflikt mit Russland zum Einsatz kommen, blieb zunächst offen. Die Slowakei ist NATO-Mitglied und grenzt im Osten an die Ukraine.
Die Festnahmen erfolgten auf Grundlage von Informationen des slowakischen Geheimdienstes. Bei den Verdächtigen stellten die Behörden laut Polizei größere Mengen eines napalmähnlichen Brandgemisches, technische Ausrüstung sowie handschriftliche Aufzeichnungen sicher.
Die Staatsanwaltschaft im slowakischen Prešov bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass auch die in der Slowakei festgenommenen Männer inzwischen in Untersuchungshaft sitzen.
Der Hamburger Strafverteidiger Christian Lange, der den in Deutschland festgenommenen Beschuldigten vertritt, erklärte auf Anfrage, er wolle »zunächst keine Stellungnahme« zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten abgeben. Die Verteidigung der beiden weiteren Beschuldigten war am Mittwoch nicht erreichbar.
Source: Google News DE — Crime (de)