Christina Block bestreitet Entführungsvorwürfe – Tränen bei Tagebuch-Lesung

Am 73. Prozesstag setzte Steakhaus-Erbin Christina Block ihre Einlassung fort und wies jede Beteiligung an der Kindesentführung zurück.

Christina Block bestreitet Entführungsvorwürfe – Tränen bei Tagebuch-Lesung

Block vor Gericht: „Ich hatte doch gar nichts getan"

Am 73. Verhandlungstag im Entführungsprozess vor dem Landgericht Hamburg hat Steakhaus-Erbin Christina Block (53) ihre Einlassung fortgesetzt – und laut BILD unter Tränen aus ihrem Tagebuch vorgelesen. Block bestreitet, die Entführung ihrer Kinder in der Silvesternacht 2023/24 in Auftrag gegeben oder auch nur davon gewusst zu haben.

Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre Kinder Theo (12) und Klara (15) aus Dänemark zu entführen. Die Geschwister lebten seit 2021 beim Vater Stephan Hensel (52). In der Silvesternacht wurden sie nach Hamburg gebracht.

Monatelang hatte Block geschwiegen. Am Dienstag begann sie mit ihrer Einlassung, musste diese jedoch vorzeitig abbrechen. Am 73. Prozesstag setzte sie die Aussage fort.

Besonders emotional wurde der Verhandlungstag, als Block aus einem Kalendernotizhefte vorlas, das sie kurz nach der Entführung geführt hatte: „Ich habe Angst, meine Kinder zu treffen", „Zurück Zuhause", „Ich bin unsicher", „Erste Annäherung", „Oh Gott, wie schön." Bei Einträgen über die Zuneigung ihres Sohnes oder den Tod ihrer Mutter liefen ihr Tränen über das Gesicht. Dazwischen wirkte sie gefasst und sprach mit klarer Stimme weiter.

Zu den Hintergründen des Einsatzes äußerte sie sich so: „Die Lage war für mich völlig unüberschaubar. Es liefen dort maskierte Menschen rum, die ich noch nie gesehen hatte." Auf Anweisung eines Mannes namens Teerbaum habe sie ihr Handy nicht mitgenommen. Ihr Lebensgefährte Gerhard Delling (67) habe sie unterstützt, ohne selbst zu wissen, was vor sich gehe – dafür sei sie ihm dankbar.

Ihr hastiges Handeln am Neujahrstag – um 11.43 Uhr kaufte sie am Schalter spontan Bahntickets nach Stuttgart für sich und ihre Tochter Greta sowie eine BahnCard 25 – werte sie als Beleg dafür, dass sie nicht vorbereitet war. „Es war keine Zeit nachzudenken", sagte Block. „Die Situation war so surreal, ich hätte auch ein Ticket zum Mars kaufen können."

Zu möglichen Hintermännern äußerte sie sich bewusst vage: „Ich beschuldige Herrn Dr. C. nicht, ich beschuldige auch meinen Vater nicht. Ich sage lediglich, dass ich nicht weiß, was war." Sie habe ihre Kinder jahrelang nicht gesehen – dann seien sie plötzlich da gewesen.

Ihr abschließendes Statement vor Gericht lautete: „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ein Strafverfahren stattfinden könnte, noch weniger, dass ich angeklagt werden könnte. Ich hatte doch gar nichts getan. Was tatsächlich geschah, widerspricht meiner Vorstellung einer psychologisch und polizeilich geführten Rückführung. Ich wünschte, ich könnte es rückgängig machen und ich hätte es verhindern wollen. Was geschehen ist, macht den Graben zu meinen Kindern noch größer."

Nach Ende der Einlassung bat Block nochmals um eine Pause – die Richterin lehnte ab. Auf die Frage, ob die Anwälte Fragen an Block hätten, erklärte ihr Verteidiger Dr. Ingo Bott, seine Mandantin werde keine Fragen beantworten. Die Anwälte stellten noch Anträge, weitere Aussagen gab es an diesem Tag nicht mehr.

Source: BILD

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