Waffenverkäufer für Sechsfachmord in Stade in Berlin-Neukölln festgenommen
Zwei Monate nach dem Sechsfachmord in Stade nahm die Polizei einen 49-jährigen Berliner fest, der dem Täter die Tatwaffe verkauft haben soll.

Berliner soll Schusswaffe an Stade-Täter geliefert haben
Zwei Monate nach dem Sechsfachmord in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade ist die Polizei einem weiteren Tatverdächtigen habhaft geworden. Wie BILD berichtet, wurde am Montag ein 49-jähriger Mann im Berliner Stadtteil Neukölln festgenommen – er soll dem mutmaßlichen Schützen die Tatwaffe verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft Stade bestätigte die Festnahme am Dienstag.
Spezialkräfte und Beamte der Mordkommission nahmen den Mann eigenen Angaben zufolge „widerstandslos" fest. Anschließend wurde er erkennungsdienstlich behandelt und erstmals vernommen. Aus Sicherheitsgründen wollte die Behörde nicht mitteilen, in welche niedersächsische Justizvollzugsanstalt der Verdächtige verlegt wurde. Nach ersten Erkenntnissen soll der türkischstämmige 49-Jährige dem mutmaßlichen Täter Fatih G. (45) die Waffe „offenbar" einige Tage vor der Tat verkauft haben.
Fatih G. hatte am 29. Juni 2026 das Mutter-Kind-Heim in der Dankersstraße in Stade aufgesucht. Bei dem Termin sollte es um die Zukunft seiner drei Monate alten Tochter gehen, die gemeinsam mit der 34-jährigen Kindsmutter in der Einrichtung untergebracht war. Während des Hilfeplangesprächs soll er das Feuer eröffnet haben. Sechs Mitarbeitende – vier Männer und zwei Frauen – des privaten Trägers sowie des Jugendamts kamen ums Leben. Ermittler gehen davon aus, dass ein Sorgerechtsstreit der Auslöser für die Bluttat war.
Nach der Tat flüchtete Fatih G. in einem Mercedes-AMG GLE 43 Coupé vom Tatort, zusammen mit der 65-jährigen Sylvia S., die das Fahrzeug steuerte. Kurz darauf stoppte die Polizei die Flucht und nahm ihn wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Am 21. Juli beging Fatih G. in seiner Zelle Suizid. Die Ermittlungen gegen ihn wurden daraufhin eingestellt, die Aufklärung der Hintergründe läuft jedoch weiter, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag betonte.
Einem Medienbericht zufolge wird auch gegen die Kindsmutter sowie gegen Sylvia S. ermittelt. S. ist Migrationsaktivistin und Schwiegermutter des niedersächsischen Migrationsbeauftragten Deniz Kurku (43, SPD). Als Patentante der Tochter von Fatih G. hatte sie das Fluchtfahrzeug gelenkt und war gemeinsam mit dem mutmaßlichen Schützen festgenommen worden.
Source: BILD