Schwere Vorwürfe gegen GdP-Vize Hüber: Übergriff auf DDR-Flüchtling?
Ein ehemaliger DDR-Grenzsoldat erhebt eidesstattlich Vorwürfe gegen Polizeigewerkschafter Sven Hüber wegen mutmaßlicher Misshandlung eines Flüchtlings 1988.

GdP-Vize Hüber unter Druck: Zeitzeuge schildert Vorfall mit DDR-Flüchtling
Gegen Sven Hüber (62), stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) und Hauptpersonalratschef der Bundespolizei, erheben sich neue schwere Anschuldigungen. Wie BILD berichtet, veröffentlichte das Portal „Apollo News" Vorwürfe aus Hübers Zeit als Offizier der DDR-Grenztruppen an der Berliner Mauer – gestützt auf eidesstattliche Aussagen eines ehemaligen Grenzsoldaten.
Ende der 1980er Jahre war Hüber Politoffizier und stellvertretender Kompaniechef bei einem Berliner Grenzregiment. Der frühere Grenzsoldat Axel Krause berichtet gegenüber „Apollo News", Hüber habe die damalige Dienstvorschrift verteidigt, wonach Grenzverletzer „aufzuspüren, festzunehmen oder zu vernichten" seien. Auch nachdem der Wortlaut Anfang 1988 offiziell geändert worden sei, habe Hüber laut Krauses Erinnerung am Begriff „vernichten" festgehalten und dessen weitere Gültigkeit erklärt.
Vorwurf: Pistole in den Mund eines Gefangenen
Besonders gravierend ist ein Vorfall, den Krause für das Frühjahr 1988 schildert: Bei der Festnahme eines DDR-Flüchtlings soll Hüber als Offizier vom Dienst hinzugekommen sein. Krause gibt an, beobachtet zu haben, wie dem am Boden fixierten Mann Tritte ins Gesicht versetzt wurden – das will er mit eigenen Augen gesehen haben.
Den Vorwurf, dass Hüber dem Gefangenen eine Pistole in den Mund gesteckt habe, stützt Krause hingegen auf den Bericht eines Kameraden, nicht auf eigene Beobachtung. „Apollo News" beruft sich daneben auf Stasi-Unterlagen, die Teile der Schilderung stützen sollen. Der DDR-Forscher Hubertus Knabe (67) habe Krauses Aussagen nach Angaben des Portals teilweise anhand von Akten überprüfen können.
Hüber weist alle Vorwürfe zurück
Hüber ließ sämtliche Anschuldigungen über seinen Anwalt bestreiten. Aus dem sechsseitigen Anwaltsschreiben dürfe laut den „Apollo"-Autoren jedoch nicht zitiert werden.
Die Angaben des Zeitzeugen beruhen auf Erinnerungen an Ereignisse, die mehr als drei Jahrzehnte zurückliegen. Krause schildert seine Wahrnehmungen auch in einem Video-Interview auf dem Portal.
Ungünstiger Zeitpunkt – Pensionierung steht bevor
Die neuen Recherchen treffen Hüber in einer bereits belasteten Lage. Bundesweit in die Kritik geraten war er Mitte August, nachdem er in einem Artikel nahegelegt hatte, bei einem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt könnte der innere Notstand ausgerufen werden und Polizisten müssten Widerstand leisten. Die GdP-Bundesspitze stellte sich dennoch hinter ihn: Bundeschef Jochen Kopelke (42) verteidigte seinen Vize ausdrücklich, räumte aber ein, dass Hübers Wikipedia-Eintrag von der GdP verändert worden sei.
Besonders brisant: Hüber soll in diesen Tagen in Pension gehen – voraussichtlich mit einer feierlichen Verabschiedung durch einen Staatssekretär im Bundesinnenministerium.
Source: BILD