WhatsApp-Konto gekapert, Einkäufe über Mobilfunkrechnung: Polizei warnt vor Betrugsmasche

Eine Elfjährige aus Thüringen verlor durch Betrüger die Kontrolle über ihr WhatsApp-Konto. Der Schaden: mehrere Hundert Euro auf der Mobilfunkrechnung.

WhatsApp-Konto gekapert, Einkäufe über Mobilfunkrechnung: Polizei warnt vor Betrugsmasche

Elfjährige verliert WhatsApp-Zugang – Betrüger kaufen auf Kosten einer Zehnjährigen ein

Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, warnt die Polizei vor einer Betrugsmasche, bei der Kinder über soziale Medien kontaktiert werden, um ihre Telefonnummern und Bestätigungscodes herauszugeben – mit teuren Folgen für die Familien.

Im Sommer dieses Jahres wurde eine Elfjährige im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen Opfer dieser Methode, wie das MDR-Magazin Kripo live berichtete. Ein Unbekannter sprach das Mädchen auf einer Socialmedia-Plattform an und bat darum, die Unterhaltung auf WhatsApp fortzusetzen. Er fragte nach ihrer Telefonnummer – und das Mädchen gab sie preis.

Kurz darauf erhielt die Elfjährige einen sechsstelligen Code per SMS. Der Täter erklärte, er brauche diesen Code, um ein WhatsApp-Profil anlegen zu können.

„Dem Mädchen war die Erklärung plausibel und deswegen übersendete sie den Code an den unbekannten Täter", sagte Polizeioberkommissarin Anne-Kathrin Seifert von der Polizei Suhl im MDR-Magazin Kripo live. „Mit der Telefonnummer und dem Freigabe-Code gelang es dem unbekannten Täter, das Profil des Mädchens auf ein neues Gerät zu transferieren", erklärte sie weiter. Das Mädchen verlor damit vollständig den Zugang zu ihrem eigenen Account.

Gekapterter Account als Werkzeug für weiteren Betrug

Mit dem erbeuteten Profil schrieb der Täter eine Freundin des Mädchens an – ein zehnjähriges Kind. Da dieses glaubte, mit ihrer Freundin zu kommunizieren, schickte sie dem Betrüger ebenfalls einen per SMS zugesandten sechsstelligen Code.

„Diesen sechsstelligen Code nutzten die Täter dann zur Freigabe von Käufen über die Mobilfunkrechnung", so Seifert.

Die Polizei Konstanz warnte zeitgleich auf Facebook vor derselben Masche und richtete sich dabei gezielt an Kinder und Jugendliche: „Bei den versendeten Codes handelt es sich beispielsweise um Guthabencodes von Verkaufsplattformen wie dem Apple- oder Playstation-Store. Werden diese weitergegeben, können die Betrüger damit einkaufen. Die Kosten landen anschließend auf der Mobilfunkrechnung der Betroffenen."

Die Familie der Zehnjährigen bemerkte den Schaden erst, als eine Dankesnachricht für den getätigten Einkauf per SMS eintraf. Der finanzielle Verlust belief sich auf mehrere Hundert Euro – zu tragen von den Eltern, da der Mobilfunkanschluss auf sie registriert ist.

Die Mutter sagte im MDR-Magazin Kripo live: „Wir haben klare Regeln: Nicht mit Fremden über Socialmedia schreiben, keine persönlichen Daten rausgeben. Aber in diesem Fall wurde sie ja scheinbar von ihrer Freundin kontaktiert. Da hat sie sich nichts Böses gedacht."

Polizei gibt Schutzempfehlungen

Seifert betonte, dass die Masche nicht nur Kinder trifft, die Regeln missachten. „Speziell für Kinder gilt, dass nicht jeder, der einen anschreibt, gleich ein Freund ist. Es sollten keine Links von unbekannten Personen geöffnet werden. Es sollten keine Telefonnummern oder Codes an fremde Personen weitergegeben werden und bei Unsicherheit sollten auf jeden Fall die Eltern zu Rate gezogen werden."

Die Polizei weist zudem darauf hin, dass Täter häufig über gefälschte oder bereits gehackte Profile vorgehen, um weiteres Vertrauen zu erschleichen – ein Mechanismus, der die Erkennung der Betrugsabsicht für Kinder und Jugendliche besonders schwierig macht.

Einen sechsstelligen SMS-Code sollte man grundsätzlich an niemanden weitergeben – unabhängig davon, wie vertrauenswürdig die anfragende Person zu sein scheint.

Source: Google News CH — Crime (de)

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