Windpark-Betrüger Hendrik Holt flieht aus Berliner Gefängnis beim Freigang
Der zu siebeneinhalb Jahren verurteilte Hochstapler Hendrik Holt kehrte am 25. August nicht aus einem unbegleiteten Freigang zurück. Die Fahndung läuft.

Fahndung nach verurteiltem Betrüger Hendrik Holt
Der wegen Betrugs verurteilte Hendrik Holt ist aus einer Berliner Justizvollzugsanstalt geflohen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, bestätigte die Staatsanwaltschaft Osnabrück am Donnerstag, dass der 36-Jährige am 25. August nach einem unbegleiteten Freigang nicht in die Haftanstalt zurückgekehrt ist. Nähere Details nannte ein Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.
Holt galt einst als „Wunderkind" der Energiebranche. Das Landgericht Osnabrück verurteilte ihn 2022 wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft. Gemeinsam mit dem damaligen Finanzdirektor der Holt-Gruppe hatte er Windparkprojekte verkauft, die nicht existierten, und damit Konzerne um mehrere Millionen Euro geschädigt. Auch Familienmitglieder waren an dem Betrug beteiligt — sie fälschten unter anderem Dokumente und wurden wegen Beihilfe ebenfalls zu Freiheitsstrafen verurteilt.
Zuletzt verbüßte Holt seine Strafe im offenen Vollzug und durfte die Anstalt tagsüber verlassen. Da er offiziell in Berlin gemeldet ist, war er dort untergebracht.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück bestätigte zudem den Eingang einer Strafanzeige im Zusammenhang mit dem möglichen Kauf des Flughafens Rostock-Laage, mit dem Holt in Verbindung gebracht wird. In der Anzeige soll Holt neben zwei weiteren Personen Betrug vorgeworfen werden. Laut einem Bericht der „Welt" war er im vergangenen Jahr bei einem Treffen von Käufern und Verkäufern anwesend.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung