Femizid bei Florenz: Vater von Lorena Isceri ruft Politik zum Handeln auf

Eine 45-jährige Frau wurde von ihrem Ex-Partner von einer Autobahnbrücke nahe Florenz geworfen. Ihr Vater appelliert an Italiens Politikklasse, gemeinsam gegen Gewalt an Frauen vorzugehen.

Appell eines Vaters erschüttert Italiens Politik

Wie die Kleine Zeitung berichtet, wurde Lorena Isceri am Donnerstag auf der Autobahn A1 bei Barberino del Mugello nahe Florenz von ihrem 36-jährigen Ex-Partner Federico Vella getötet. Vella warf die 45-Jährige von einer Autobahnbrücke und nahm sich anschließend selbst das Leben.

Ihr Vater Franco Isceri wandte sich in einem Video direkt an die italienische Politik. „Treffen Sie einstimmig Maßnahmen, damit Tragödien wie diese nicht mehr geschehen", sagte er unter Tränen. „Lorena hatte so viele Träume und Pläne, aber jetzt hat sie sie nicht mehr." Mit seiner Tochter sei auch „die Lebensfreude einer zerstörten Familie" begraben worden. Franco Isceri richtete seinen Appell ausdrücklich an Staatspräsident Sergio Mattarella, Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und die gesamte politische Klasse.

Meloni und Opposition reagieren

Ministerpräsidentin Meloni antwortete auf den Appell: Angesichts einer solchen Tragödie könne niemand behaupten, dass die bisherigen Maßnahmen ausreichten. „Jede Frau, die von einem Menschen getötet wird, der versprochen hat, sie zu lieben, zu verteidigen und zu beschützen, ist eine Niederlage für alle", schrieb Meloni. „Wir müssen gemeinsam weiter nach Lösungen suchen."

Auch die Vorsitzende der oppositionellen Partito Democratico, Elly Schlein, unterstützte die Forderungen des Vaters und dankte ihm dafür, trotz seines persönlichen Leids konkrete Vorschläge gemacht zu haben. Vize-Regierungschef und Außenminister Antonio Tajani erklärte, er werde sich persönlich dafür einsetzen, dass der Appell „jenseits jeder ideologischen Grenze" nicht ungehört bleibe. Familienministerin Eugenia Roccella bezeichnete Isceris Worte als starken Anstoß, noch entschlossener zu handeln.

Lorena lebte in Florenz, hatte Angst vor Ex-Partner

Die Familie Isceri stammt aus Squinzano in der süditalienischen Provinz Lecce in Apulien. Lorena hatte zuletzt in Florenz gelebt, wo sie Vella vor rund zwei Jahren in einem Fitnessstudio kennengelernt hatte. Wegen ihrer Angst vor dem früheren Partner war sie zuletzt in ihre Heimatregion zurückgekehrt, wie ihre Mutter berichtete.

Zahl weiblicher Opfer gesunken, aber Fälle bleiben hoch

Nach Angaben des italienischen Innenministeriums wurden im ersten Halbjahr 2026 in Italien 34 Frauen Opfer von Tötungsdelikten — darunter 26 Fälle vorsätzlicher Tötung und acht als spezifischer Femizid eingestufte Fälle. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 sank die Zahl der weiblichen Opfer damit um 37 Prozent.

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Hilfsangebote in Österreich: Die Frauen-Helpline gegen Gewalt ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar: 0800/222-555 (www.frauenhelpline.at). Weitere Anlaufstellen: Gewaltschutzzentrum Wien 01/585-32-88, 24-Stunden-Frauennotruf der Stadt Wien 01-71719, Wiener Frauenhaus-Notruf 057722, Österreichische Gewaltschutzzentren 0800/700-217. Onlineberatung „Halt der Gewalt": https://haltdergewalt.at (tägl. 18–22 Uhr, Fr. 9–23 Uhr). Bei Suizidgefährdung: www.suizid-praevention.gv.at

Source: Kleine Zeitung

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