Krypto-Betrüger in Nevada verurteilt: 24-Millionen-Dollar-Schneeballsystem mit KI-Versprechen

Ein US-Geschworenengericht sprach Brent Kovar schuldig: Er betrog mindestens 400 Anleger mit falschen KI-Versprechen um 24 Mio. Dollar.

Krypto-Betrüger in Nevada verurteilt: 24-Millionen-Dollar-Schneeballsystem mit KI-Versprechen

Nevada-Jury verurteilt Gründer nach 24-Millionen-Dollar-Anlagebetrug mit gefälschten KI-Versprechen

Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Nevada hat den Unternehmer Brent Kovar in mehreren Punkten schuldig gesprochen – darunter elf Fälle von Überweisungsbetrug, zwei Fälle von Postbetrug sowie zwei Fälle von Geldwäsche. Wie Google News AT — Crime (de) unter Berufung auf eine Pressemitteilung des US-Justizministeriums berichtet, erbeutete Kovar insgesamt 24 Millionen US-Dollar von mindestens 400 Personen. Das theoretische Höchststrafmaß für die nachgewiesenen Vergehen liegt bei 280 Jahren Gefängnis.

Profit Connect: KI-Rhetorik als Täuschungsmittel

Von Ende 2017 bis Mitte 2021 betrieb Kovar das Unternehmen Profit Connect mit Sitz im kalifornischen Las Vegas. Die Firma bewarb sich offensiv mit der Behauptung, auf einem Supercomputer eine spezialisierte Software für Künstliche Intelligenz zu betreiben. Dieses System sollte angeblich selbstständig Kryptowährungen schürfen, digitale Transaktionen verifizieren und dadurch kontinuierlich hohe Gewinne erwirtschaften.

Den Geldgeber:innen wurden feste jährliche Renditen zwischen 15 und 30 Prozent sowie eine vollständige Rückzahlungsgarantie des investierten Kapitals zugesichert. Zur Untermauerung der angeblichen Rechenleistung legte das Unternehmen Dokumente vor, die Kryptowährungs-Einlagen im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar suggerierten – Dokumente, die sich im Zuge der gerichtlichen Untersuchung als Fälschungen herausstellten.

Zusätzlich behauptete die Geschäftsführung fälschlicherweise, die Investitionen seien durch die US-amerikanische Einlagensicherungsbehörde FDIC staatlich abgesichert. Solche Garantien existieren für derartige Anlageprodukte nicht, dienten jedoch der Beschwichtigung kritischer Rückfragen potenzieller Kund:innen.

Klassisches Schneeballsystem ohne reale Erträge

In der Praxis verfügte Profit Connect weder über die beworbenen technologischen Fähigkeiten noch über nennenswerte finanzielle Rücklagen. Auszahlungen an frühere Anleger:innen wurden ausschließlich aus frischen Einlagen neuer Opfer bestritten – ein klassisches Schneeballsystem. Im Juli 2021 flog der Schwindel auf; US-Bundesbehörden setzten dem betrügerischen Konstrukt ein Ende.

Die erbeuteten Gelder flossen nicht in Technologieentwicklung, sondern finanzierten den laufenden Betrieb des Unternehmens, den privaten Hauskauf des Gründers sowie Geschenke für Angestellte.

FBI, IRS und FDIC ermittelten gemeinsam

An den Ermittlungen gegen das in Nevada ansässige Unternehmen waren laut Justizministerium mehrere Bundesbehörden beteiligt: neben der Bundespolizei FBI auch die Steuerbehörde IRS sowie die Aufsichtsbehörde der Einlagensicherung FDIC. Die Finanzfahnder der IRS konzentrierten sich primär darauf, die Zahlungsströme zwischen den verschiedenen Konten der Betreiber zu rekonstruieren. Die lückenlose Nachverfolgung der Geldflüsse erwies sich als entscheidend für die Beweisführung vor der Jury.

Der neuntägige Prozess endete mit einem Schuldspruch in allen wesentlichen Anklagepunkten, nachdem die Geschworenen sämtliche Beweismittel gesichtet hatten.

Fachbegriffe als Werkzeug der Irreführung

„Die Opfer in diesem Fall dachten, sie seien an einem revolutionären technologischen Fortschritt beteiligt, aber es war lediglich eine Täuschung", erklärte Christopher S. Delzotto von der Bundespolizei FBI in Las Vegas. Die Firmenführung nutzte gezielt Begriffe wie „Supercomputer" und „Künstliche Intelligenz", um technische Überlegenheit zu simulieren und Laien daran zu hindern, die Machbarkeit der versprochenen Geschäftsmodelle realistisch zu beurteilen.

Strafmaß wird im November 2026 festgelegt

Das endgültige Urteil wird am 30. November 2026 durch einen Bundesrichter im Rahmen einer separaten Anhörung verkündet. Als Orientierungsrahmen dienen dabei die nationalen Richtlinien zur Strafzumessung.

Source: Google News AT — Crime (de)