Ehemann von Eiskunstläuferin Olga Sevastianova vor Gericht in Lausanne

Nach ihrem Sturz aus fünf Metern Höhe in der Vaudoise-Arena 2020 steht nun auch Sevastianovas Ehemann vor dem Lausanner Polizeigericht.

Ehemann von Eiskunstläuferin Olga Sevastianova vor Gericht in Lausanne

Prozess um Sturz bei Olympia-Gala: Ehemann der Eiskunstläuferin angeklagt

Nächste Woche muss sich der Ehemann von Eiskunstläuferin Olga Sevastianova vor dem Lausanner Polizeigericht verantworten – wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das berichtet 20 Minuten unter Berufung auf «24heures».

Am 7. Januar 2020 probte Sevastianova in der Vaudoise-Arena für die Eröffnungsgala der Olympischen Jugendspiele. Sie sollte in einem Reifen mehrere Meter durch die Luft gezogen werden. Der Reifen bewegte sich ruckartig, sie verlor das Gleichgewicht und stürzte aus vier bis fünf Metern Höhe aufs Eis. Ihre kleine Tochter filmte die Probe und musste den Unfall live mitansehen.

Sevastianova wurde schwer verletzt und in kritischem Zustand ins Spital eingeliefert. Zwei Wochen nach dem Unfall erstattete sie Anzeige – ohne zu ahnen, dass der Verdacht auch auf ihren Mann fallen würde. «Ich brauchte Antworten, und ich habe sie nach sechs Jahren immer noch nicht», sagt sie gegenüber der Zeitung.

Ermittler stellten bei der Seilwinde mehrere technische Mängel fest: Das Gerät war an der Decke montiert, obwohl die Anleitung ausdrücklich eine Bodenmontage vorschreibt. Zudem fehlten zwei Umlenkrollen, die Seilschwingungen hätten ausgleichen sollen.

Wer für die fehlerhafte Montage verantwortlich war, ist bis heute ungeklärt. Neben dem Ehemann sind der Präsident sowie drei Mitarbeiter einer auf Bühnentechnik spezialisierten Firma angeklagt. Jean-David Pelot, Anwalt des Leiters des Montageteams, betont laut «24heures»: «Unfälle passieren, sie sind immer sinnlos.» Es müsse aber nicht zwingend eine Person geben, die die Schuld trage.

Sevastianova selbst stellt sich hinter ihren Mann. «Er hat mich bei dieser Tat lediglich begleitet», sagt sie. «Er sollte nur die Winde bedienen, um mich hoch- und runterzubringen.» Sie hoffe auf einen Freispruch für ihn.

Der Unfall hatte schwerwiegende Folgen für das Paar. Die heute dreifache Mutter konnte jahrelang nicht arbeiten. Ihr Mann gab seine Karriere als Akrobat auf, um für die Familie da zu sein. «Die sechs Jahre seit dem Unfall waren die schlimmsten meines Lebens», sagt Sevastianova.

Das Gericht muss nun entscheiden, ob alle fünf Beschuldigten, einzelne von ihnen oder keiner verurteilt wird.

Source: 20 Minuten

Read this article in English