Anklage nach Amokfahrt Leipzig: Doppelmord und 85 Fälle versuchten Mordes

Die Staatsanwaltschaft hat knapp vier Monate nach der tödlichen Amokfahrt in Leipzig Anklage gegen einen 33-Jährigen erhoben. Er soll zwei Menschen getötet und 85 weitere versucht haben zu töten.

Anklage nach Amokfahrt Leipzig: Doppelmord und 85 Fälle versuchten Mordes

Staatsanwaltschaft klagt 33-Jährigen nach Leipziger Amokfahrt an

Knapp vier Monate nach der tödlichen Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 33-Jährigen erhoben. Wie Google News DE — Crime (de) unter Berufung auf eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft berichtet, lautet der Vorwurf auf zweifachen Mord und versuchten Mord in 85 Fällen. Zusätzlich wird dem Beschuldigten der schwere gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr in 91 Fällen vorgeworfen.

Das Landgericht Leipzig entscheidet nun über die Zulassung der Anklage und einen möglichen Verhandlungsbeginn. Der Verteidiger des Mannes war zunächst nicht erreichbar.

Am 4. Mai 2026 fuhr der Tatverdächtige mit seinem Wagen mehrere Hundert Meter durch die Fußgängerzone der Leipziger Innenstadt und erfasste dabei mehrere Menschen. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben. Sechs weitere Personen im Alter von 21 bis 87 Jahren wurden verletzt, zwei davon schwer. Der Fahrer brachte das Fahrzeug anschließend selbst zum Stehen und ließ sich widerstandslos festnehmen. Er wurde zunächst in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Das vorläufige schriftliche Gutachten des forensisch-psychiatrischen Sachverständigen ergab nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf eine eingeschränkte Schuldfähigkeit. Daher werde nun die Aufhebung der Unterbringung sowie ein Haftbefehl gegen den 33-Jährigen beantragt. Zu Hintergründen und Motiven machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben. Die Ermittler hatten jedoch bereits früher mitgeteilt, dass weder politische noch religiöse Motive vorlägen.

Wenige Tage vor der Tat befand sich der 33-Jährige den Ermittlern zufolge in stationärer Behandlung in einer psychiatrischen Einrichtung. Er hatte sich auf eigenen Wunsch freiwillig dort aufgehalten und war Ende April entlassen worden, wie das Sozialministerium in Dresden bestätigte. Polizeilich war er zuvor bereits aufgefallen, unter anderem wegen Bedrohung und ehrverletzender Delikte — Vorfälle ohne körperliche Gewalt wie Beleidigungen oder Herabwürdigungen.

Nach der Tat reagierte Leipzig mit Bestürzung. Oberbürgermeister Burkhard Jung äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erschüttert. Die Stadt stellte wenige Tage später mehrere sogenannte Oktablöcke an den Zugängen zur Innenstadt auf, um die Zufahrt für Fahrzeuge zu blockieren.

Die Amokfahrt löste bundesweit eine Debatte über die Sicherheit in Innenstädten aus. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund verwies darauf, dass zwischen Sicherheit und Offenheit in Städten ein grundsätzlicher Konflikt bestehe und sich solche Taten trotz Sicherheitskonzepten nie vollständig verhindern ließen.

Source: Google News DE — Crime (de)

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