Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal – Afghane festgenommen
Ein 37-jähriger Afghane hat vor der Bergischen Synagoge in Wuppertal eine brennbare Flüssigkeit entzündet. Der Mann wurde noch am Tattag festgenommen, der Staatsschutz ermittelt.

Verdächtiger zündet brennbare Flüssigkeit vor Synagoge an – Festnahme in Tatortnähe
Ein 37-jähriger Mann afghanischer Staatsangehörigkeit hat am Donnerstag um 14 Uhr eine brennbare Flüssigkeit auf den Treppenstufen der Bergischen Synagoge im Wuppertaler Stadtteil Barmen verschüttet und angezündet. Wie welt.de berichtet, konnte der Brand rasch gelöscht werden; es entstand nur geringer Sachschaden, Verletzte gab es keine.
Die Polizei Wuppertal nahm den polizeibekannten Mann noch am selben Tag in Tatortnähe fest. Nach ersten Erkenntnissen habe er allein gehandelt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Zentralratspräsident: „Fortschreitende Normalisierung des Judenhasses"
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, zeigte sich äußerst betroffen. „Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat", sagte Schuster der Katholischen Nachrichtenagentur. Von Unrechtsbewusstsein oder Scham fehle jede Spur. „Dieses Vorgehen bezeugt die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses, auf die unsere Gesellschaft bisher keine Antwort gefunden hat."
Den Zeitpunkt des Anschlags – kurz vor dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur – hält Schuster nicht für zufällig: „Es bleibt das Muster antisemitischer Gewalt, Feiertage auszuwählen, um Angst zu verbreiten und jüdisches Leben immer weiter aus der Öffentlichkeit zu verdrängen."
Jom Kippur findet in diesem Jahr von Sonntagabend, dem 20. September, bis zum Einbruch der Dunkelheit am 21. September statt. Schuster rief die Sicherheitsbehörden auf, den Schutz der Gottesdienste zu gewährleisten: „Alle Synagogen werden voll sein. Wir wollen und werden uns nicht davon abhalten lassen, unsere Religion zu leben."
Wiederholtes Muster – auch 2014 Anschlag in Wuppertal
Schuster erinnerte daran, dass der Anschlag an frühere Taten anknüpft: an die Anschläge von Chanukka 2025 in Sydney, Jom Kippur 2025 in Manchester sowie den Anschlag in Halle 2019. In Wuppertal selbst war bereits 2014 ein Brandanschlag auf dieselbe Synagoge verübt worden.
Source: Google News LU DE