Brandanschläge auf Rüstungsfirmen in München: Zwei Bulgaren festgenommen
In München wurden Brandsätze auf ein Gebäude mit Rüstungsfirmen geworfen. Zwei bulgarische Staatsbürger wurden kurz danach festgenommen.

Politisch motivierter Angriff auf Münchner Rüstungsstandort vermutet
Unbekannte haben in der Nacht Brandsätze aus einem fahrenden Auto auf einen Gebäudekomplex mit Rüstungsunternehmen im Münchner Stadtteil Berg am Laim geworfen. Wie 20 Minuten berichtet, gehen das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Münchner Generalstaatsanwaltschaft von einem politischen Hintergrund aus und haben deshalb die Ermittlungen übernommen.
Augenzeugen alarmierten die Polizei gegen Mitternacht. Eintreffende Einsatzkräfte löschten einen bereits brennenden Brandsatz; ein zweiter zündete nicht und wurde später entschärft. Der Sachschaden blieb nach Polizeiangaben gering.
Wenig später stellten Beamte im Rahmen einer Sofortfahndung an einer nahe gelegenen Tankstelle zwei Verdächtige aus dem Tatfahrzeug. Es handelt sich um eine 28-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann, beide bulgarische Staatsbürger. Inwieweit sie an der Tat beteiligt waren, ist nach Angaben der Ermittler Gegenstand laufender Untersuchungen.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bestätigte den mutmasslichen politischen Hintergrund. Die Ermittler stünden im engen Austausch mit deutschen und europäischen Sicherheitsbehörden, um weitere Erkenntnisse über die Festgenommenen zu gewinnen, sagte er in Nürnberg. «Mehr können wir gegenwärtig dazu noch nicht sagen.»
Das LKA wies darauf hin, dass sich vor dem betroffenen Gebäude eine Baustelle befindet. Die Ermittler gehen dennoch davon aus, dass die Würfe gezielt dem Gebäudekomplex mit den Rüstungsunternehmen galten. Zu den einzelnen dort ansässigen Firmen machten die Behörden keine näheren Angaben.
Der Technologie- und Sicherheitskonzern Rohde & Schwarz bestätigte, dass es in der Nacht einen Polizei- und Feuerwehreinsatz «im Umfeld» seines Betriebsgeländes in München gegeben habe. Das Gelände selbst sei jedoch nicht betroffen gewesen, erklärte das Unternehmen.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bezeichnete den Vorfall als «Angriff auf Bayerns Wirtschaft». Technologieunternehmen mit Bezug zur Sicherheits- und Verteidigungsindustrie seien nicht zum ersten Mal ins Visier geraten, sagte er in München. Die Vorfälle zwängen die betroffenen Betriebe zu «weiteren kostenintensiven Sicherheitsvorkehrungen».
Das bulgarische Aussenministerium teilte auf AFP-Anfrage mit, den Fall aufmerksam zu verfolgen. Das bulgarische Generalkonsulat in München stehe in direktem Kontakt mit den zuständigen deutschen Stellen, die die Identität der Festgenommenen bereits bestätigt hätten. Die deutschen Behörden betonten, die Ermittlungen befänden sich noch in einem frühen Stadium.
Source: 20 Minuten