Polizei durchsucht Kraftwerke und Umspannwerke rund um Hamburg nach Sprengstoff

Nach Sabotageakten in Brandenburg und NRW rückte die Hamburger Polizei als Vorsichtsmaßnahme zu Kraftwerken aus. Gesucht wurde nach Sprengstoff und Raketenabschussvorrichtungen.

Polizei durchsucht Kraftwerke und Umspannwerke rund um Hamburg nach Sprengstoff

Drohnen und Einsatzkräfte sichern Energie-Infrastruktur im Hamburger Großraum

Drohnen der Polizei kreisten am Abend über Kraftwerken und Umspannwerken im Großraum Hamburg, wie Google News DE — Crime (de) berichtet. Am Kraftwerk Moorburg patrouillierten Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei, während Gruppen von Einsatzkräften die umliegenden Felder absuchten.

Ein ähnliches Bild zeigte sich in Wedel im Kreis Pinneberg: Beamte des Technischen Zugs durchkämmten in langen Ketten die Felder, ebenfalls unterstützt von einer Drohne aus der Luft. Die Hamburger Energiewerke bestätigten, dass die Polizei den Kraftwerksgruppenleiter in Wedel vorab über den Einsatz informiert hatte. Auch das Kraftwerk Tiefstack in Hamburg-Billbrook wurde überprüft.

Ein Polizeisprecher betonte, die Aktion sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es gebe keine konkreten Hinweise auf eine unmittelbare Gefährdung. Hintergrund sind offenbar die jüngsten Angriffe auf Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen, wo die Behörden wegen des Verdachts der verfassungsfeindlichen Sabotage und des Terrorismus ermitteln.

Neben den beiden Kraftwerken kontrollierte die Polizei deshalb auch Umspannwerke im Großraum Hamburg. Gesucht wurde nach Sprengstoff und möglichen Abschussvorrichtungen für selbstgebaute Raketen.

Bei den Sabotageakten in Brandenburg und NRW versuchten die Täter offenbar mit selbstgebauten Raketen und Drähten, einen Kurzschluss auszulösen — in einem Fall mit Erfolg. Nach der Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln fanden Ermittler sechs Abschussvorrichtungen in einem Feld. In Brandenburg wurden in der Nähe des Kraftwerks Jänschwalde ebenfalls Sprengvorrichtungen entdeckt. Ministerpräsident Woidke sprach von einem „Anschlagsversuch" auf die Stromversorgung. NRW-Innenminister Reul erklärte zur Störung bei Köln: „Das war Absicht." Einen Zusammenhang zwischen den Taten schließen die Ermittler nicht aus.

Die Vorfälle haben eine politische Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur in Deutschland ausgelöst.

Source: Google News DE — Crime (de)

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