Doppelmord in Geretsried: 19-jähriger Enkel dringend tatverdächtig

In einer Wohnung am Königsberger Weg in Geretsried wurden eine 73-Jährige und ihr 53-jähriger Sohn tot aufgefunden. Ein 19-jähriger Enkel wurde festgenommen, gegen ihn erging Haftbefehl wegen Totschlags.

Doppelmord in Geretsried: 19-jähriger Enkel dringend tatverdächtig

Zwei Tote in Geretsried – Haftbefehl gegen 19-Jährigen

Ein 19-jähriger Mann steht im dringenden Verdacht, am Dienstag in Geretsried seine Großmutter und seinen Vater getötet zu haben. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, entdeckte die Polizei in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses am Königsberger Weg die Leichen einer 73-jährigen Rentnerin und ihres 53-jährigen Sohnes. Noch am selben Tag wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.

Die Leichen wiesen laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd „eindeutige Anzeichen von massiver Gewalteinwirkung" auf. Außerhalb der Wohnung waren zudem Blutspuren sichtbar. Ausgelöst hatte den Einsatz eine Meldung bei der Integrierten Leitstelle am Dienstagmittag, wonach es in dem Mehrfamilienhaus einen Vorfall gegeben habe. Die Geretsrieder Polizei rückte daraufhin aus und stieß auf die beiden Toten.

Am frühen Mittwochnachmittag erließ der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II Haftbefehl gegen den 19-Jährigen wegen Totschlags. Die Kriminalpolizei Weilheim übernahm die Ermittlungen unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II. Unterstützung erhalten die Ermittler vom Bayerischen Landeskriminalamt sowie von der Rechtsmedizin; die Spurensicherung am Tatort sollte voraussichtlich noch bis Donnerstag andauern.

Der junge Mann ist nach Angaben der Behörden schwer verletzt und wird stationär behandelt. Er steht unter Polizeibewachung. Zu einem möglichen Tatmotiv äußerte sich die Pressestelle des Polizeipräsidiums zunächst nicht – das sei wie die genauen Hintergründe Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Ermittlungen in einem familiären Umfeld seien grundsätzlich schwierig, hieß es.

Am Mittwochvormittag war von dem Gewaltverbrechen in dem von Mehrfamilienhäusern geprägten Wohnviertel äußerlich kaum etwas zu spüren: Aus einem Nachbarfenster drang ein Kinderlied, ein Mann kam mit Frühstückssemmeln nach Hause. Tags zuvor hatte ein Großaufgebot der Polizei die Nachbarschaft in Aufruhr versetzt.

Obwohl ein Tatverdächtiger in Gewahrsam ist, bittet die Kriminalpolizei weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer in der Nacht von Montag, 31. August, auf Dienstag, 1. September, bis in die Mittagsstunden im Bereich des Königsberger Wegs oder der näheren Umgebung verdächtige Personen, Fahrzeuge oder sonstige auffällige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei-Inspektion Weilheim unter der Rufnummer 0881/640-0 zu melden. Hinweise nimmt auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Source: Süddeutsche Zeitung

Read this article in English