LKA Bayern übernimmt Ermittlungen nach Explosion in Augsburger Bahnhofsviertel
Nach einer Explosion im Augsburger Bahnhofsviertel mit zwei Verletzten hat das Bayerische LKA die Ermittlungen übernommen. Die Hintergründe sind weiterhin unklar.

LKA übernimmt Fall nach Explosion mit zwei Verletzten in Augsburg
Nach einer Explosion in der Augsburger Innenstadt hat das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen übernommen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Zuvor war die Kripo beim Polizeipräsidium Augsburg für den Fall zuständig. Laut einem Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft gibt es bislang keinen neuen Ermittlungsstand.
Die Explosion ereignete sich am Mittwoch gegen 3.15 Uhr in der Passage eines Geschäftshauses gegenüber dem Augsburger Hauptbahnhof. Zwei junge Menschen erlitten dabei Knalltraumata und wurden leicht verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden als Passanten zufällig in den Vorfall gerieten und nicht gezielt Opfer werden sollten.
Mehrere Medien berichteten, es habe sich um eine Handgranate gehandelt, die in den Durchgang geworfen wurde. Offiziell bestätigt die Polizei dies bislang nicht. Auch Berichte, wonach ein bestimmtes Geschäft Ziel des Anschlags gewesen sei, lassen die Behörden unkommentiert.
Das LKA war bereits unmittelbar nach der Detonation mit Spezialisten am Tatort. Bei Sprengstoffdelikten werden LKA-Experten routinemäßig von örtlichen Kriminalpolizeien hinzugezogen, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass das LKA die Sachbearbeitung vollständig übernimmt. Einen konkreten Grund für die Übernahme nannte zunächst keine der beteiligten Behörden.
„Die Ermittlungen gehen weit geöffnet in alle Richtungen", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Augsburg. Dabei prüfen die Ermittler auch mögliche Verbindungen zu früheren ähnlichen Vorfällen. Erst im Juli hatte die Polizei gemeldet, dass ein oder mehrere unbekannte Täter nachts Schüsse auf ein Augsburger Billardcafé abgegeben hatten. Damals wurde niemand verletzt, das Lokal war zum Tatzeitpunkt geschlossen.
Rund fünf Stunden nach der Explosion wurde am Mittwochmorgen auch im benachbarten Hauptbahnhof ein verdächtiger Gegenstand entdeckt, woraufhin Bombenalarm ausgelöst wurde. Der gesamte Bahnverkehr stand für etwa eineinhalb Stunden still, der Bahnhof wurde geräumt. Letztlich stellte sich der Gegenstand als harmlos heraus — ein Fehlalarm.
Source: Süddeutsche Zeitung