Messerangriff an Brandenburger Schule: 19-Jähriger war Behörden bereits bekannt
Ein 19-Jähriger soll an einer Privatschule in Gosen-Neu Zittau zwei Menschen erstochen haben. Der Verdächtige war Polizei und Staatsanwaltschaft bereits bekannt.

Zwei Tote in Gosen-Neu Zittau: Verdächtiger stand bereits unter Ermittlung
Wie Google News DE — Crime (de) berichtet, hat ein 19-Jähriger am frühen Donnerstagnachmittag auf dem Campus der Docemus-Privatschule in Gosen-Neu Zittau im Landkreis Oder-Spree seine 18-jährige Ex-Freundin sowie einen 30-jährigen Hort-Erzieher erstochen. Der Erzieher hatte versucht, die Tat zu verhindern. Gegen 13.45 Uhr gingen bei der Polizei mehrere Notrufe ein; Beamte und Rettungskräfte konnten den beiden Opfern trotz Wiederbelebungsversuchen nicht mehr helfen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem festgenommenen Verdächtigen zweifachen Mord vor und hat Haftantrag gestellt. Der 19-Jährige schweigt bislang zu den Vorwürfen.
Vorermittlungen wegen verbotenen Gegenstands
Wie zuerst der Tagesspiegel berichtete und die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) gegenüber t-online bestätigte, war gegen den Beschuldigten bereits 2023 ermittelt worden — damals war er 16 Jahre alt. Den Angaben zufolge wurde „im Zusammenhang mit einer Fußballbegegnung in Berlin" ein möglicher Verstoß gegen das Versammlungsgesetz untersucht, konkret das Mitführen eines verbotenen Gegenstands. Das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Beim Motiv geht die Polizei nach bisherigen Erkenntnissen von einer „Beziehungstat" aus. Die Docemus-Privatschule war der Berichten zufolge die Schule der Ex-Freundin; der Tatverdächtige soll eine andere Schule in der Region besucht haben.
Politische Reaktionen und gesellschaftliche Einordnung
Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) bezeichnete die Tat als einen „feigen Femizid, der in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf". Es erfülle sie „mit tiefer Trauer und Zorn", dass erneut eine Frau Opfer tödlicher Gewalt geworden sei, erklärte Liedtke. „Es erschüttert mich, dass auch ein Bürger, der Zivilcourage gezeigt hat und helfen wollte, bei dieser schrecklichen Tat sein Leben verloren hat."
Das Bundeskriminalamt zählte zuletzt 308 Frauen und Mädchen als Opfer von versuchten und vollendeten Tötungsdelikten „im Bereich Partnerschaftsgewalt". In Deutschland versucht im Durchschnitt fast täglich ein Mann, seine aktuelle oder frühere Partnerin zu töten.
Trauer an der Schule
Michael Kunz, Sprecher der Muttergesellschaft der Docemus-Schulen, erklärte, es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner Form der Normalität zurückzukehren. Die getötete Schülerin sei allen gut bekannt gewesen. Am Freitagvormittag kam mindestens die Hälfte aller Schüler, teils mit Familienangehörigen, zum Trauern an die Schule — der Unterricht ruht vorerst.
Source: Google News DE — Crime (de)