Amoklauf bei Rave in Aarau: 22-Jährige getötet, sechs Verletzte – Schweizer festgenommen
Bei einem Rave im Kanton Aargau erschoss ein 43-jähriger Schweizer eine Frau und verletzte sechs weitere Personen. Die Polizei stuft die Tat als Amoklauf ein.

Polizei: Einzeltäter feuerte mehr als 40 Schüsse bei Techno-Event im Kanton Aargau
Ein 43-jähriger Schweizer hat in der Nacht auf Sonntag bei einem Rave im Kanton Aargau eine 22-jährige Frau erschossen und sechs weitere Menschen verletzt. Die Kantonspolizei bezeichnet die Tat inzwischen als Amoklauf, wie WELT berichtet.
Polizeichef Michael Leupold erklärte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, es gebe „keinerlei Hinweise auf weitere tatbeteiligte Personen". Die Ermittler gehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Einzeltäter aus. Für die Bevölkerung bestehe keine weitere Gefahr.
Ablauf der Tat
Der Rave fand auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins statt – zum fünften Mal in dieser Form, mit DJs aus der Techno-Szene und rund 3.500 erwarteten Besuchern. Die Schüsse fielen in den frühen Morgenstunden des Sonntags, als sich noch weit mehr als 100 Personen auf dem Gelände aufhielten.
Laut Behörden fuhr der Tatverdächtige mit dem Auto zu einem nahe gelegenen Parkplatz und ging anschließend zu Fuß zum Veranstaltungsgelände. Dort gab er mit einem Sturmgewehr mehr als 40 Schüsse ab und wechselte dabei mehrfach die Schussrichtung. Nach dem Angriff kehrte er zum Parkplatz zurück, feuerte dort mit einer Pistole auf ein wegfahrendes Fahrzeug und flüchtete anschließend, wie Einsatzleiter Schildknecht mitteilte.
Opfer
Eine 22-jährige Frau kam durch die Schüsse ums Leben. Fünf weitere Personen im Alter zwischen 24 und 31 Jahren wurden durch Schüsse verletzt; eine sechste meldete sich laut Polizei am Montag mit Verletzungen durch einen Abpraller. Unter den Verletzten befand sich auch eine Deutsche, die gegenüber der Zeitung „Blick" von zwei Streifschüssen berichtete. Alle Opfer leben in der Schweiz.
Festnahme und Waffen
Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben mehr als 80 Notrufe. Aufgrund teils widersprüchlicher Zeugenangaben konzentrierten sich die Ermittler auf ein Fahrzeug mit einem Kennzeichen aus dem Kanton Jura; mehr als 100 infrage kommende Autos wurden überprüft. Knapp 24 Stunden nach der Tat stellte sich der Verdächtige schließlich selbst bei der Polizei.
In seinem Fahrzeug fanden Beamte zwei Pistolen sowie ein Kalaschnikow-Sturmgewehr. Alle drei Waffen waren ordnungsgemäß auf den Mann registriert und vor mehr als 20 Jahren legal erworben worden. Der 43-Jährige war zuvor polizeilich nicht bekannt und hatte nach bisherigem Ermittlungsstand keine erkennbare Verbindung zum Tatort Aarau.
Source: WELT