Amoklauf in Aarau: 43-Jähriger feuert 40 Schüsse auf Raveparty – eine Tote
Ein 43-jähriger Schweizer schoss mit einem Sturmgewehr auf Besucher einer Raveparty in Aarau und tötete eine 22-Jährige. Die Polizei stuft die Tat als Amoklauf ein.

Aargauer Polizei bestätigt Amoklauf nach tödlichem Angriff auf Raveparty in Aarau
Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, hat die Kantonspolizei Aargau weitere Einzelheiten zum tödlichen Schusswaffenangriff auf eine Raveparty in Aarau bekanntgegeben und die Tat als Amoklauf eines Einzeltäters eingestuft. «Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit können wir Ihnen sagen, dass der Mann, den wir festgenommen haben, die Person ist, die auf die Besucher dieser Raveparty geschossen hat», erklärte Polizeikommandant Michael Leupold am Mittwoch.
Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 43-jährigen Schweizer ohne Migrationshintergrund mit Wohnsitz im Kanton Jura. Laut Rekonstruktion der Ermittler fuhr er mit seinem Auto zur Schachenstrasse und setzte den Weg zu Fuss fort. Dort feuerte er mit einem Sturmgewehr vierzig Mal in Richtung der Feiernden. Beim Rückweg zum Parkplatz gab er zusätzlich mit einer Pistole auf ein wegfahrendes Fahrzeug Schüsse ab.
Eine 22-jährige Frau wurde tödlich getroffen. Sechs weitere Personen erlitten Verletzungen, zwei davon befanden sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch im Spital.
Nach dem Angriff verliess der Verdächtige Aarau und fuhr in Richtung Jura. Rund achtzig Notrufe und weit über hundert Hinweise gingen bei der Polizei ein. Eine Zeugenaussage führte die Ermittler auf die Spur eines Fahrzeugs mit jurassischem Kontrollschild. Der 43-Jährige stellte sich schliesslich selbst bei der Kantonspolizei Jura in Delsberg und gab nach Angaben der Behörden an, die Tat begangen zu haben.
In seinem Fahrzeug stellten die Beamten drei auf ihn registrierte Waffen sicher: eine Pistole sowie zwei Sturmgewehre vom Typ AK-74, die er privat erworben hatte. «Vor zwanzig Jahren ist dieser Erwerb durch die Behörden des Kantons Jura bewilligt worden», sagte Leupold. Der Mann diente früher als Truppenkoch in der Schweizer Armee, schied 2013 aus der Wehrpflicht aus und gab damals seine persönliche Dienstwaffe zurück. Polizeilich war er bisher nicht in Erscheinung getreten.
Das Motiv bleibt ungeklärt. Eine Hausdurchsuchung ergab keine Hinweise auf einen ideologischen oder extremistischen Hintergrund. Eine persönliche Verbindung des Beschuldigten nach Aarau ist ebenfalls nicht bekannt. Er selbst verwies auf ein «psychisches Leiden». Die Staatsanwaltschaft sieht Anhaltspunkte für eine psychische Störung, ohne bislang gesicherte Erkenntnisse vorliegen zu haben.
Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft und ermittelt unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung und Mordes, teilweise versucht, mehrfacher Gefährdung des Lebens sowie Widerhandlungen gegen das Waffengesetz. Hinweise auf Mittäter oder Mitwisser gibt es laut Behörden nicht.
Source: Google News CH — Crime (de)