Amokschütze von Aarau stellte sich kurz vor seiner Festnahme – Lieferwagen verriet ihn
Die Polizei hatte den 43-jährigen Verdächtigen bereits identifiziert, als er sich selbst stellte. Sein weisser Lieferwagen mit jurassischem Kennzeichen führte die Ermittler auf seine Spur.
Fahndungsnetz zog sich bereits zu, bevor der Schütze erschien
Als der mutmassliche Amokschütze von Aarau in der Nacht auf Montag auf dem Polizeiposten in Delsberg auftauchte, hatten die Ermittler sein Fahrzeug bereits identifiziert. Wie Blick berichtet, war eine Festnahme des 43-jährigen Schweizers aus dem jurassischen Dorf Montsevelier laut Polizei «ohnehin absehbar».
Den entscheidenden Hinweis lieferte ein Augenzeuge: Er hatte nach der Tat einen weissen Lieferwagen mit jurassischem Kontrollschild beobachtet. Diese Angabe führte die Fahnder auf eine konkrete Fahrzeugspur, die schliesslich zur Identifizierung des Mannes führte – rund 24 Stunden nach den Schüssen.
Die Fahndung lief unterdessen auf Hochtouren. Rund 80 Notrufe gingen nach der Tat ein, in den ersten zwölf Stunden wurden mehr als 130 Personen befragt, und über 100 Hinweise aus der Bevölkerung trafen bei der Polizei ein. Zusätzlich bat die Polizei öffentlich um private Videoaufnahmen vom Tatort und aus der näheren Umgebung.
Das Fedpol ordnete eine nationale und internationale Fahndung an, entsandte zwei Verbindungsoffiziere nach Aarau und richtete in Bern eine Krisenstruktur ein. Deutsche Behörden im grenznahen Raum Freiburg waren im Rahmen der Routine-Amtshilfe ebenfalls eingebunden.
Der 43-Jährige erschien nicht mit leeren Händen. Im Wagen lagen die drei Schusswaffen, die er nach bisherigen Erkenntnissen bei der Tat eingesetzt haben soll: eine Kalaschnikow AKS-74 sowie zwei Pistolen. Gegenüber den Beamten sagte er: «Ich bin der Täter von Aarau.»
Bei seiner Festnahme gab er an, keine Mittäter oder Mitwisser zu haben. Er erklärte zudem, es gehe ihm seit längerer Zeit nicht gut.
Seither schweigt der Mann bei den Verhören. Das Motiv für den Anschlag bleibt ebenso unklar wie die Frage, weshalb er sich freiwillig stellte – offenbar nur knapp, bevor die Polizei ihn ohnehin gefasst hätte.
Source: Blick