Prozess gegen «Junge Tat»: Sechs Rechtsextreme vor Zürcher Bezirksgericht
Sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppe «Junge Tat» stehen wegen Störaktionen, darunter einem Pride-Gottesdienst 2022, vor Gericht.

Rechtsextreme «Junge Tat» vor Gericht in Zürich
Sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung «Junge Tat» sind am Freitag vor dem Bezirksgericht Zürich angeklagt worden. Wie Google News CH — Crime (de) berichtet, werden ihnen unter anderem die Störung eines Pride-Gottesdienstes in der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Zürich sowie weitere Protest- und Störaktionen vorgeworfen, bei denen sie strafbare Grenzen überschritten haben sollen.
Die Staatsanwaltschaft fordert für die beiden Haupttäter eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten, davon sechs Monate unbedingt, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA meldet. Die Angeklagten bestreiten einen Grossteil der Vorwürfe und berufen sich auf die Meinungsfreiheit. Am Prozess selbst schwiegen sie. Die Verteidiger beantragten am Nachmittag für die meisten Anklagepunkte Freisprüche — insbesondere bei Verstössen gegen die Diskriminierungs-Strafnorm.
Einer der zentralen Vorwürfe betrifft den 19. Juni 2022: Damals betraten mehrere vermummte Männer der «Jungen Tat» mit einem grossen Kreuz die Kirche St. Peter und Paul, nachdem der Gottesdienst bereits begonnen hatte. Anwesende hielten sie sofort auf; die Männer flüchteten.
Im September 2024 erliess die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl sechs Strafbefehle gegen die Beschuldigten. Die Behörde belegte, dass sie an mehreren Störaktionen beteiligt waren — neben dem Pride-Gottesdienst auch an einem Dragqueen-Anlass im Zürcher Tanzhaus im Oktober 2022. Die verhängten Geldstrafen lagen zwischen 100 und 180 Tagessätzen, ergänzt durch zusätzliche Bussen. Da die Beschuldigten Einsprache einreichten, kam die Sache nun vor Gericht.
Die Anklagepunkte umfassen Diskriminierung und Aufruf zu Hass, Störung der Glaubensfreiheit sowie Sachbeschädigung. Zusätzlich werden ihnen laut Schweizer Radio und Fernsehen SRF Hausfriedensbruch, Nötigung, Landfriedensbruch und weitere Delikte im Zusammenhang mit einer Demonstration 2022 in Zürich zur Last gelegt.
Die «Junge Tat» zählt zur rechtsextremen Szene in der Schweiz. Gemäss NZZ ist sie aus den Neonazigruppen Eisenjugend und Nationalistische Jugend Schweiz hervorgegangen. Der Prozess dauert noch an; wann das Urteil verkündet wird, ist offen. Bis dahin gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
Source: Google News CH — Crime (de)