BND schleuste 1961 Agenten in Eichmann-Prozess ein, um Globke zu schützen
Der BND infiltrierte 1961 den Eichmann-Prozess in Jerusalem mit einem Agenten. Dessen Hauptaufgabe war es, Kanzleramtschef Hans Globke und andere NS-Kollaborateure aus dem Verfahren herauszuhalten.

BND-Agent im Eichmann-Prozess: Schutzschild für NS-Belastete
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, schleuste der Bundesnachrichtendienst 1961 einen Agenten in den Eichmann-Prozess in Jerusalem ein. Die zentrale Aufgabe des Mannes: Adenauers Kanzleramtschef Hans Globke sowie weitere NS-Kollaborateure aus dem laufenden Verfahren herauszuhalten.
Am Vorabend des Prozessbeginns wandte sich Bundeskanzler Konrad Adenauer im Fernsehen an die Bevölkerung. „Im deutschen Volkskörper, im moralischen Leben des deutschen Volkes, gibt es heute keinen Nationalsozialismus mehr, kein nationalsozialistisches Empfinden. Wir sind ein Rechtsstaat geworden", erklärte er. Zugleich äußerte Adenauer den Wunsch, „dass in diesem Prozess die volle Wahrheit ans Licht kommt und dass Gerechtigkeit geübt wird".
Die nun veröffentlichten Erkenntnisse stellen diese öffentliche Haltung in einem anderen Licht dar: Während Adenauer Transparenz und Gerechtigkeit beschwor, war der BND unter Reinhard Gehlen offenbar bereits damit beschäftigt, belastende Verbindungen zu NS-Tätern zu verschleiern.
Source: Süddeutsche Zeitung