Fake-Captchas als Einfallstor: BSI warnt nach Berliner Behörden-Hack

Nach einem Cyberangriff auf das Berliner Verwaltungsnetz warnt das BSI vor manipulierten Captcha-Abfragen, die Schadsoftware einschleusen.

Fake-Captchas als Einfallstor: BSI warnt nach Berliner Behörden-Hack

BSI-Warnung nach Berliner Behörden-Hack: So funktionieren gefälschte Captchas

Nach einem Cyberangriff auf das IT-Landesnetz der Berliner Verwaltung warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor einer zunehmend verbreiteten Angriffsmethode mit manipulierten Captcha-Abfragen. Wie radiobielefeld.de berichtet, gelang es Hackern dabei wahrscheinlich über eine gefälschte „Bestätigen Sie, dass Sie ein Mensch sind"-Abfrage, sich Zugang zum Behördennetz zu verschaffen.

Woran man ein echtes Captcha erkennt

Ein legitimes Captcha gewährt nach dem Setzen des Häkchens unmittelbar Zugang zur betreffenden Webseite — ohne weitere Aufforderungen. Wer hingegen nach der Maus-Aktion zusätzliche Anweisungen erhält, etwa das Ausführen von Tastenkombinationen in Verbindung mit Windows-Terminal- oder PowerShell-Fenstern, ist nach BSI-Angaben auf einer kompromittierten oder manipulierten Seite gelandet.

In diesem Fall gilt laut BSI: sofort abbrechen und den Browser schließen. Betroffene könnten entweder direkt auf eine gefährliche Seite gestoßen sein oder mittels Phishing beziehungsweise Social Engineering gezielt dorthin gelockt worden sein.

Angriffsmethode „Clickfix" seit 2024 bekannt

Die Methode trägt in Fachkreisen die Bezeichnungen „Terminalfix" oder „Clickfix". Sie ist erstmals 2024 aufgetaucht. Bereits Ende August hatte Microsoft vor diesen Angriffsformen gewarnt, bevor das BSI nun im Zusammenhang mit dem Berliner Vorfall erneut auf die Gefahr hinwies.

Das Täuschungsmanöver wird spätestens dann erkennbar, wenn die gefälschte Captcha-Seite zur angeblichen weiteren Verifikation konkrete Tastenkombinationen einfordert. Wer diese ausführt, öffnet damit Hackern den Zugang zum eigenen System.

So läuft der Angriff im Detail ab

Nach dem Aufrufen einer manipulierten oder kompromittierten Webseite wird dem Nutzer ein scheinbar normales Captcha präsentiert. Nach der Interaktion erscheinen weitere Anweisungen, die zur Eingabe von Tastenkombinationen auffordern — etwa das Öffnen einer PowerShell-Sitzung über die Windows-Taste in Verbindung mit weiteren Tasten. Führt der Nutzer diese Schritte aus, wird im Hintergrund Schadsoftware auf dem Rechner installiert.

Im Infektionsfall: Komplette Neuinstallation empfohlen

Wer tatsächlich Opfer eines solchen Angriffs geworden ist, sollte nach BSI-Empfehlung den gesamten Rechner neu aufsetzen. Viele Schadprogramme dieser Art nehmen tiefgreifende Änderungen am Betriebssystem vor, die sich nicht ohne Weiteres rückgängig machen lassen. Eine bloße Entfernung der erkannten Malware reicht in solchen Fällen in der Regel nicht aus, um die vollständige Integrität des Systems wiederherzustellen.

Source: Google News LU DE

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