Hackerangriff auf Berliner Verwaltung: Senat lehnt Erpressung ab

Nach einem Cyberangriff auf das Berliner Datennetz wird das Land Berlin nun erpresst. Regierender Bürgermeister Kai Wegner schließt jedes Eingehen auf die Forderungen aus.

Hackerangriff auf Berliner Verwaltung: Senat lehnt Erpressung ab

Berliner Senat unter Druck nach Cyberangriff und Lösegeldforderung

Nach dem Hackerangriff auf das Datennetz der Berliner Verwaltung ist das Land Berlin mit einem Erpressungsversuch konfrontiert. „Das Land Berlin wird erpresst", erklärte Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nach einer Sondersitzung des Senats im Roten Rathaus. Der Senat werde auf die Forderungen der Erpresser nicht eingehen, kündigte Wegner an. Angaben zur konkreten Form der Erpressung machte er nicht.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sind inzwischen Lösegeldforderungen an das Land Berlin eingegangen – eine offizielle Bestätigung steht jedoch aus. Dem RBB zufolge kann die Verwaltung mittlerweile nicht mehr ausschließen, dass auch personenbezogene Daten betroffen sind. Der Sender bezeichnet den Angriff als den größten Cybervorfall in der Geschichte des Landes Berlin.

Der Angriff war am 14. August bekannt geworden. Daraufhin wurden die betroffenen Senatsverwaltungen für Verkehr sowie für Bauen und Wohnen vorübergehend vom Landesnetz getrennt. Das Berliner Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft ermitteln.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich die Hacker mindestens eine Woche vor der Entdeckung Zugang zum Netzwerk verschafft. Vom 7. bis 12. August seien Daten abgeflossen, teilte eine Senatssprecherin auf Anfrage der dpa mit. Wann genau die Attacke begann, ist weiterhin unklar – ein früherer Zeitpunkt gilt als möglich. Welche Daten in welchem Umfang in fremde Hände gelangt sind, bleibt ebenfalls offen.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) versicherte, die Berliner Wahlen am 20. September seien durch den Angriff nicht gefährdet. „Nach jetzigem Stand sind dort keinerlei Daten abgeflossen", sagte Spranger. „Die Wahlumgebung ist sicher nach Angaben unserer Sicherheitsbeauftragten." An die Erpresser richtete sie eine deutliche Botschaft: „Wir lassen uns nicht erpressen, und wir werden uns nicht erpressen lassen." Der Bundesinnenminister sei am Vorabend über den Vorgang informiert worden und habe dem Senat alle Bundesbehörden zur Verfügung gestellt.

Aus der Opposition kamen Forderungen nach umfassender Aufklärung. Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch verlangte, der Senat müsse schnell ein belastbares Bild der Bedrohungslage gewinnen und das Parlament umfassend informieren. „Sollte die Lösegeldforderung tatsächlich von den Angreifern stammen, muss klar sein: Die Handlungsfähigkeit unseres Staates steht nicht zum Verkauf", erklärte Jarasch.

AfD-Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker warf dem Senat vor, die Angelegenheit vor der Wahl kleinzuhalten. „Diese Salamitaktik ist inakzeptabel", kritisierte sie. Es müsse offengelegt werden, was über die Angreifer bekannt sei und in welchem Umfang diese Zugriff auf die IT der Berliner Verwaltung hatten.

Source: Süddeutsche Zeitung

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