Sieben Tote nach Geisterfahrt auf der A66 bei Middlesbrough

Fünf junge Männer und zwei Polizisten sterben bei einem Frontalzusammenstoss auf der A66 in Nordostengland. Ermittler prüfen mögliche Verbindungen zu Joyriding-Videos in sozialen Medien.

Sieben Tote nach Geisterfahrt auf der A66 bei Middlesbrough

Frontalkollision auf der A66 fordert sieben Todesopfer

Kurz nach Mitternacht am Samstag wurde ein VW Passat auf der A66 in Middlesbrough, Nordostengland, zum Geisterfahrer. Wie 20 Minuten berichtet, hatten Beamte das Fahrzeug wegen falscher Kennzeichen und gefährlicher Fahrmanöver in den Blick genommen. Als der Passat auf die falsche Auffahrt abbog, brachen die Polizisten die Verfolgung ab.

Wenig später kollidierte ein Streifenwagen, der weiter nach dem Fahrzeug suchte, frontal mit dem Passat. Die Wucht des Aufpralls überlebte niemand.

Im Streifenwagen sassen die Polizisten Tom Clough (38) und Matthew Blades (37). Im Passat kamen Michael Robert Cahill (23), Theo Rae (17), Cole Robert Worthy (17), Jakub Matusiak (23) und Makai Saddington (18) ums Leben.

Familien nehmen Abschied

Cloughs Familie beschreibt ihn als «unseren Helden» mit einem grossen Sinn für Humor. Er sei stets zur Stelle gewesen, wenn er gebraucht wurde, und habe sein ganzes Leben dem öffentlichen Dienst gewidmet. Freunde, Kollegen und die Bevölkerung hätten mit überwältigender Anteilnahme reagiert, dankt die Familie.

Matthew Blades hinterlässt eine Frau und zwei kleine Söhne. Seine Ehefrau schreibt, es gebe keine Worte, die ihrem Mann, besten Freund und hingebungsvollen Vater gerecht würden. Er sei ein geliebter Sohn, Bruder und Onkel gewesen, «dessen Verlust eine Lücke hinterlässt, die niemals gefüllt werden kann». Er starb im Dienst «mit Mut, Hingabe und Selbstlosigkeit». «Forever loved. Forever missed. Forever our superhero. Our Matt and Dad», schliesst sie ihr Statement.

Auch die fünf jungen Männer im Passat lassen Familien zurück. Der 18-jährige Makai Saddington soll einen einjährigen Sohn gehabt haben.

Ermittler prüfen Joyriding-Videos

Die Ermittler untersuchen nun, ob gefährliche Joyriding-Videos in sozialen Medien im Zusammenhang mit dem Unfall stehen. Einige der Jugendlichen sollen Aufnahmen veröffentlicht haben, auf denen maskierte Fahrer mit hoher Geschwindigkeit und riskanten Manövern zu sehen sind. Ein inzwischen gelöschtes TikTok-Video soll Saddington am Steuer gezeigt haben – verfolgt von einem Polizeiauto.

Source: 20 Minuten