Flydubai-Copilot wollte Flugzeug nach Tel Aviv zum Absturz bringen

Ein omanischer Copilot versuchte auf einem Flydubai-Flug von Dubai nach Tel Aviv, den Kapitän anzugreifen und das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Der 29-Jährige hatte zuvor ein Flugverbot wegen extremistischer Ideologie.

Flydubai-Copilot wollte Flugzeug nach Tel Aviv zum Absturz bringen

Anschlag auf Flydubai-Flug verhindert

Laut Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate versuchte ein Copilot am Mittwoch einen „Terroranschlag" auf einen Flydubai-Flug zu verüben. Der Mann griff nach Angaben des Generalstaatsanwalts der VAE den Flugkapitän mit einer Notfallaxt an und versuchte, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen. Der Kapitän schloss sich trotz schwerer Verletzungen im Cockpit ein und sperrte den Angreifer aus.

Der Flug war von Dubai nach Tel Aviv unterwegs. Mehrere Passagiere drangen ins Cockpit ein und überwältigten den Copiloten, woraufhin die Maschine notfallmäßig in Saudi-Arabien landete.

Wie n-tv berichtet, handelt es sich bei dem 29-Jährigen um einen omanischen Staatsbürger, der auch einen Pass der Vereinigten Arabischen Emirate besitzt. Seinen Vater stamme aus dem Oman, seine Mutter aus Syrien. Der Mann sitzt nun in den VAE in Haft.

Flugverbot wegen radikaler Ideologie

Der Copilot hätte nicht an Bord sein dürfen. Nach Berichten von US-Medien war er bei Oman Air wegen Sicherheitsbedenken suspendiert worden. ABC News berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, dass extremistisches Material bei ihm gefunden worden war, als er 2024 als Copilot-Anwärter bei der Fluggesellschaft tätig war.

Das Wall Street Journal berichtete, der Mann sei daraufhin zeitweise mit einem Flugverbot belegt worden. Grund seien Befürchtungen gewesen, dass er radikale ideologische Ansichten vertrete. Nach seiner Entlassung bei Oman Air arbeitete er kurzzeitig für eine marokkanische Fluggesellschaft, bevor er vor rund acht Monaten zu Flydubai wechselte.

Die zentrale Frage der Ermittlungen lautet nun: Wie konnte der Mann trotz seines Flugverbots und seiner Sicherheitsgeschichte zur Flydubai wechseln und auf einer Israel-Strecke eingesetzt werden?

Videos auf LinkedIn und Ermittlungsfragen

Nach dem Vorfall wurden Videos auf einem LinkedIn-Profil, das dem Verdächtigen zugeordnet wird, veröffentlicht. Nach Angaben von CNN und der Bild-Zeitung zeigten diese Bilder des früheren Al-Qaida-Anführers Aiman al-Sawahiri sowie des jordanischen Selbstmordattentäters Humam Khalil Abu-Mulal al-Balawi. Ein weiteres Video habe die drei heiligsten Städte des Islam – Mekka, Medina und Jerusalem – gezeigt, unterlegt mit einem islamischen Gedicht, das zur Überwindung von Demütigungen und zum Widerstand aufrufe. Wer diese Inhalte veröffentlichte und ob sie tatsächlich vom Verdächtigen stammen, ist unklar.

ABC News zufolge deutete der Verdächtige gegenüber den Ermittlern an, die Absicht gehabt zu haben, das Flugzeug über Israel zum Absturz zu bringen. Diese Aussagen lassen sich bislang nicht unabhängig bestätigen. Ermittler prüfen weiterhin, ob es sich um einen „Einzeltäter" handelt oder ob Verbindungen zu extremistischen Gruppen bestanden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, der Copilot habe eine „islamistische Radikalisierung" durchlaufen. Belege legte seine Regierung bislang nicht vor. Der diplomatische Berater der VAE, Anwar Gargash, bezeichnete den Vorfall als einen „gefährlichen Terrorakt". Weder Flydubai noch die omanische Regierung haben sich bislang öffentlich zu dem Incident geäußert.

Source: n-tv

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