Passagiere überwältigen auf Flydubai-Flug radikalisierten Copiloten
Passagiere des Flydubai-Flugzeugs 1073 stoppten einen terroristischen Anschlag, indem sie den omanischen Copiloten überwältigten. Nach der Verhaftung kam es zwischen den Passagieren und der Crew zu Konflikten.

Passagiere überwältigen auf Flydubai-Flug radikalisierten Copiloten
Passagiere des Flydubai-Flugzeugs 1073 haben nach Angaben von Zeugen einen Terroranschlag verhindert. Der omanische Copilot hatte den Piloten im Cockpit mit einer Notaxt angegriffen und wollte die Maschine über israelischem Gebiet zum Absturz bringen, wie Ermittler feststellten. Dem Piloten gelang es trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu öffnen, woraufhin drei israelische Passagiere den Angreifer überwältigten.
Tzvika Manes, ein Bankmanager unter den Passagieren, berichtet der US-Zeitung "New York Post", dass die Crew nach der Verhaftung des Copiloten überraschende Forderungen stellte: "Sie haben uns aufgefordert, den Terroristen loszubinden. Wir hatten keine Ahnung, warum." Ein zweiter Passagier, der Immobilienmakler Daniel Schlichter, bestätigt diese Darstellung. "Sie haben uns gesagt, dass wir den Terroristen freilassen sollen. Da wurden wir sofort misstrauisch."
Nach der Überwältigung fesselten die drei Passagiere den Copiloten mit Kabelbindern und Kopfhörerkabeln. Einige Besatzungsmitglieder drängten anschließend darauf, ihn freizulassen. Manes zitiert eines der Crew-Mitglieder: "Ihr seid nicht Gott, ihr dürft ihn nicht töten." Die Passagiere erwiderten, dass sie keine Tötung beabsichtigten, sondern sich selbst schützen wollten. "Wir wollten einfach nur, dass er uns nicht tötet."
Die Flugbegleiter beharrten nach Schlichters Aussage darauf, dass sie die Kontrolle über das Flugzeug hätten und dass sich außer ihnen niemand im Cockpit-Bereich aufhalten dürfe. Die israelischen Passagiere fürchteten jedoch eine mögliche Zusammenarbeit zwischen der Crew und dem Copiloten. Eine Gruppe von Passagieren brachte die Besatzung daraufhin zu Sitzplätzen in der fünften oder sechsten Reihe. Schlichter schildert die Situation: "Wir haben sie angeschrien und ihnen gesagt, sie sollen sich hinsetzen."
Zwei weitere Piloten, die für den Rückflug an Bord waren, stabilisierten die Maschine und leiteten sie nach Saudi-Arabien um. Der Flug 1073 war von Dubai nach Tel Aviv unterwegs und hatte überwiegend israelische Passagiere an Bord. Der Copilot blieb bis zur Landung unter Bewachung durch die Passagiere.
Bislang gibt es nach Angaben von n-tv keine Hinweise darauf, dass die Crew tatsächlich in die Pläne des Copiloten involviert war. Auf eine Anfrage zum Verhalten der Besatzung teilte Flydubai mit, sich während der laufenden Ermittlungen nicht äußern zu können.
Source: n-tv