37-Jähriger wegen schwerem Betrug verurteilt: Landmaschinen um 190.000 Euro nie bezahlt
Ein 37-Jähriger aus dem Bezirk Bruck-Mürzzuschlag kaufte teure Landmaschinen im Namen seiner Eltern, ohne zu zahlen. Das Landesgericht Leoben verurteilte ihn zu 15 Monaten bedingter Haft.

Betrug am Bauernhof: Maschinen für 190.000 Euro, Rechnung nie beglichen
Ein 37-jähriger Obersteirer hat vor dem Landesgericht Leoben einen Schuldspruch wegen schweren Betrugs erhalten. Wie die Kleine Zeitung berichtet, soll der Mann Maschinen und Geräte für den elterlichen Bauernhof im Namen seiner Eltern gekauft und geleast haben – ohne je zu bezahlen. Auch seine Eltern standen vor Gericht, wurden jedoch freigesprochen.
Zu den angeschafften Geräten zählen ein Teleskoplader um 84.000 Euro, eine Rundballenpresse um 106.000 Euro sowie eine Motorsäge um 1.599 Euro. Der Angeklagte erklärte, er habe mit den Maschinen die Arbeit am Hof erleichtern wollen.
Richter zeigt sich fassungslos
Strafrichter Peter Wilhelm eröffnete die Verhandlung am Montagvormittag mit deutlichen Worten: „Ich sitze seit 21 Jahren da, aber so einen Wahnsinn habe ich selten erlebt." Vor ihm saßen der 37-Jährige sowie seine Eltern, die als Mitangeklagte auftraten.
Der Hauptangeklagte hat Schulden in Höhe von rund 25.000 Euro und wurde bereits einmal verurteilt, weil er Dienstgeberanteile nicht entrichtete. Zudem lief gegen ihn ein Insolvenzverfahren. Auch seine Eltern sind verschuldet.
Die Mutter des Mannes gab an, von Anfang an skeptisch gewesen zu sein: „Ich habe gesagt, das ist unleistbar." Ihr Sohn entschied sich dennoch für die Käufe und unterzeichnete eine Garantieerklärung mit dem Namen seiner Mutter. „Ich habe nur mit dem Nachnamen unterschrieben", stellte der Angeklagte klar – er trägt denselben Nachnamen wie seine Eltern.
Der Vater erklärte, nichts von den Verträgen gewusst zu haben: „Ich hab gedacht, der Bub wird das schon machen." Der Sohn wiederum hatte gehofft, die Eltern würden im Nachhinein zustimmen und zahlen: „Ich dachte, die Eltern werden schon zahlen, wenn sie sehen, wie sehr die Geräte helfen."
Selbst die Motorsäge blieb unbezahlt
Auch den vergleichsweise geringen Betrag für die Motorsäge beglich der 37-Jährige nicht. Richter Wilhelm fragte nach dem Grund, worauf der Angeklagte antwortete: „Ich habe ja keine Rechnung bekommen." Der Richter reagierte knapp: „Ich bin sprachlos."
Die Staatsanwältin warf dem Mann die Verwendung falscher Urkunden sowie die wahrheitswidrige Vorgabe der Zahlungsfähigkeit vor. Der Angeklagte zeigte sich bereits zu Beginn der Verhandlung vollumfänglich geständig.
Urteil: 15 Monate bedingt, Eltern freigesprochen
Das Gericht sprach den 37-Jährigen schuldig und verhängte eine Strafe von 15 Monaten bedingter Haft. Die Probezeit aus seiner früheren Verurteilung wurde auf fünf Jahre verlängert. Seine Eltern wurden freigesprochen.
Zusätzlich muss der Verurteilte Kostenersatz an das betroffene Unternehmen sowie an die Bank leisten, die die inzwischen gebrauchten Maschinen zu einem deutlich niedrigeren Preis weiterverkauft hat. Für die wirtschaftlichen Vorteile aus der Nutzung der unbezahlten Geräte – den sogenannten „Verfall" – einigte sich der Richter gemeinsam mit zwei Schöffen auf eine Summe von 1.000 Euro.
Source: Kleine Zeitung