44-Jähriger in Salzburg festgenommen: Kokain an Mädchen ab zwölf Jahren
Ein 44-jähriger Türke soll mindestens sechs Minderjährige mit Kokain versorgt haben. Sexueller Missbrauch ist bislang nicht beweisbar.

Festnahme in Salzburg: Mann soll Mädchen Kokain überlassen haben
Ein 44-jähriger türkischer Staatsangehöriger ist Ende März in Salzburg festgenommen worden, weil er mindestens sechs Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren Kokain überlassen haben soll. Wie salzburg.orf.at berichtet, soll der Mann die Minderjährigen seit mindestens März 2023 in seiner Wohnung im Salzburger Stadtgebiet mit der Droge versorgt haben.
Die Landespolizeidirektion Salzburg bestätigte die Festnahme am Montag. Der Beschuldigte befindet sich derzeit wegen zahlreicher Vergehen nach dem Suchtmittelgesetz in Untersuchungshaft.
Vorwurf des sexuellen Missbrauchs bislang nicht erhärtet
Anfänglich standen auch Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs im Raum. Diese konnten laut Polizei trotz umfangreicher Ermittlungen, zahlreicher Befragungen und Vernehmungen aller Beteiligten bislang nicht bestätigt werden. Die Behörde hielt in einer Pressemitteilung fest: „Anfangs ebenso im Raum stehende Verletzungen der sexuellen Integrität durch den beschuldigten Türken und/oder etwaige Mittäter zum Nachteil Minderjähriger konnten, trotz intensiver Bemühungen, umfangreicher Ermittlungen und zahlreichen Befragungen sowie Vernehmungen aller Beteiligten bis dato in keiner Weise erhärtet werden."
Berichte über Netzwerk im Bahnhofsviertel seit November
Bereits seit November des Vorjahres gibt es Hinweise, dass Männer in Wohnungen im Salzburger Bahnhofsviertel minderjährige Mädchen mit Drogen versorgen und dafür sexuelle Gegenleistungen fordern sollen. Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) hatte diesen Sachverhalt öffentlich gemacht.
Bettina Plattner, Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Salzburg, berichtete Anfang Jänner, dass entsprechende Fälle auch in ihrer Einrichtung ankämen. Gegenüber der „ZIB 2" schilderte sie: „Die Mädchen erzählen, dass sie am Salzburger Hauptbahnhof von arabischstämmigen jungen Männern angesprochen werden, die ihnen Drogen anbieten und noch mehr Drogen in Wien versprechen. Und viele dieser Mädchen fahren dann auch mit."
14-Jährige schildert Abläufe in knapp einem Dutzend Wohnungen
Die „Salzburger Nachrichten" veröffentlichten vergangenen Freitag den Bericht einer 14-Jährigen, die von rund einem Dutzend Wohnungen sprach — beim Kiesel im Bahnhofsviertel, aber auch in Salzburg-Itzling und Salzburg-Parsch. Dort hätten Minderjährige von Männern Kokain und teilweise auch Heroin erhalten, wobei sexuelle Gefälligkeiten als Gegenleistung erwartet worden seien.
Die 14-Jährige schilderte laut „SN" einen konkreten Vorfall: „Ein Mädchen ist mit dem Mann im Bad verschwunden und dann völlig verheult wieder rausgekommen. Dann hat sie zwei Linien Koks gezogen und so getan, als wäre nichts."
Polizei betont Beweispflicht
Die Salzburger Polizei verwies am Montag auf die rechtlichen Voraussetzungen für eine Strafverfolgung: Konkrete Aussagen von Opfern in förmlichen Vernehmungen vor Polizei und Gericht seien unabdingbar. Ermittlungen würden gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft „gegebenenfalls auch bundeslandübergreifend" fortgesetzt, mit dem Ziel, weitere strafrechtlich relevante Delikte nachweisen zu können.
Source: Google News AT — Crime (de)