Banküberfall in Ferlach: DNA auf Drohschreiben – Hund soll Beweis verunreinigt haben
Ein Kärntner Ende 40 sitzt wegen des Überfalls auf eine Ferlacher Bank in U-Haft. Sein Erklärung für belastende DNA: Ein Hund habe sich auf das Papier erbrochen.

Drei Versuche, 225.000 Euro Beute – und ein Hund als Alibi-Zeuge
Wie Kleine Zeitung berichtet, wird der Fall rund um den Banküberfall in Ferlach vom März 2026 immer merkwürdiger. Der Angeklagte – ein Kärntner Ende 40, derzeit in Untersuchungshaft – soll laut Ermittlungen bereits zweimal ins Visier der Behörden geraten sein: einmal im Jahr 2000 in Keutschach und einmal 2020 in Krumpendorf, jeweils im Zusammenhang mit Banküberfällen. In beiden Fällen kamen die Verdächtigungen jedoch nicht über ein Indiz hinaus; Beweise fehlten.
Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat die Anklageschrift nun fertiggestellt. Sie wirft dem Mann das Verbrechen des schweren Raubes vor. Als Tatmotiv nennt sie kostspielige Spiellokal-Besuche, hohe Wetteinsätze und fehlende Mittel für den Lebensunterhalt – der Angeklagte war zuletzt arbeitslos. Der Mann selbst weist die Vorwürfe zurück: Er habe mit dem Überfall nichts zu tun, sei finanziell durch seine Familie abgesichert und schuldenlos. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Das Landesgericht Klagenfurt muss die Schuldfrage in einem Prozess klären.
Drei Anläufe für den Überfall
Laut Anklageschrift brauchte der Täter – wer auch immer es war – drei Versuche, um die Bank zu überfallen. Mitte Jänner 2026 betrat ein mit Sonnenbrille, Perücke und Gummimaske verkleideter Mann das Geldinstitut, zog sich aber zurück, als eine Kundin aus einem Büro trat. Am 16. März folgte ein zweiter Anlauf: Wieder erschien ein maskierter Mann, diesmal mit einer täuschend echten Vollgesichtsmaske, musste jedoch umkehren, weil die zuständige Kassenangestellte nicht am Schalter war.
Rund eine Viertelstunde später gelang der dritte Versuch. Der Räuber zog einen Revolver, legte ein Drohschreiben vor und forderte Bargeld. „Stopf eine", soll er der Angestellten gesagt haben, als diese den Tresor öffnete. Ein weiterer Mitarbeiter wurde unter vorgehaltener Waffe gezwungen, sich auf den Boden zu legen. Mit 225.000 Euro Bargeld in einer mitgebrachten Tasche flüchtete der Täter.
Fingerabdrücke und DNA auf dem Drohschreiben
Die schwersten Indizien gegen den Angeklagten sind Fingerabdrücke und DNA-Spuren, die auf dem bei der Tat verwendeten Drohschreiben gesichert wurden. Der Mann hat dafür in seinen Einvernahmen eine ungewöhnliche Erklärung geliefert: Er habe Kopierpapier in seinem Auto gehabt. Ein Hund, der sich im Fahrzeug befand, habe sich jedoch auf dieses Papier erbrochen. Die beschmutzten Blätter habe er anschließend in Ferlach bei einer Sitzbank entsorgt. Der eigentliche Täter müsse später zufällig eines dieser Blätter für sein Drohschreiben genutzt haben.
Daneben belastet den Angeklagten, dass er auf Fotos eine Perücke trägt, die jener des Räubers ähneln soll. Chatverläufe legen zudem nahe, dass er im Vorjahr eine Vollgesichtsmaske bestellt und geliefert bekommen hat – allerdings eine mit Bart, während die Maske des Täters bartlos war.
Weggeworfene Zettel nahe der Bank gefunden
Ein Detail verleiht der Verteidigungslinie des Angeklagten zumindest einen greifbaren Anhaltspunkt: Als Polizisten Wochen nach der Tat die Umgebung der Bank untersuchten, stießen sie tatsächlich auf einen Stapel weggeworfener Papierzettel – eingeklemmt zwischen einer Sitzbank und der angrenzenden Mauer. Ob dieser Fund den Angeklagten entlastet oder ob hier bewusst eine falsche Spur gelegt wurde, ist laut aktuellem Ermittlungsstand offen.
Source: Kleine Zeitung