Benko wechselt in Hausarrest mit Fußfessel – Kritik an Zweiklassengesellschaft

René Benko verlässt das Gefängnis und verbüßt seine Strafe im Hausarrest. Merkur.de-Kommentator Mike Schier kritisiert das Signal der Innsbrucker Justiz scharf.

Benko wechselt in Hausarrest mit Fußfessel – Kritik an Zweiklassengesellschaft

Benko im Hausarrest: Innsbrucker Gericht erlaubt Wechsel mit Fußfessel

René Benko hat das Gefängnis verlassen und verbüßt seine Strafe nun im Hausarrest – mit Fußfessel. Wie merkur.de berichtet, ermöglichte das Landesgericht Innsbruck diesen Wechsel, nachdem Benko zwei Drittel seiner bisherigen Strafen abgesessen hatte, wobei die Untersuchungshaft angerechnet wurde.

Im September war der frühere Immobilienunternehmer zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Im Dezember folgte ein weiteres Urteil über 15 Monate auf Bewährung. Da diese Urteile jedoch nur einen Teil der Vorwürfe abdecken, gilt Benko nun wieder als Untersuchungshäftling – mit den damit verbundenen anderen Regelungen.

Seine Verteidiger haben ihm eine 60 Quadratmeter große Wohnung organisiert, in der sich der privat angeblich mittellose Ex-Milliardär auf kommende Prozesse vorbereiten will. Am 4. und 5. November steht Benko erneut vor Gericht. Weitere hochkomplexe Verfahren stehen noch aus, weitere Verurteilungen gelten als wahrscheinlich.

Merkur.de-Kommentator Mike Schier übt scharfe Kritik an der Entscheidung. Während kleine Drogendealer oder Einbrecher in Haft bleiben müssten, dürfe Benko die Einrichtung wechseln. „Wohl dem, der die richtigen Connections hat!", schreibt Schier. Er betont, man müsse kein Anhänger von Verschwörungstheorien sein, um die Entscheidung kritisch zu hinterfragen.

Juristisch möge das Vorgehen wasserdicht sein, so Schier. Das Signal, das von der Entscheidung ausgehe, sei dennoch verheerend: Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, in den Gefängnissen gäbe es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Source: Google News LU DE

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