Diebstahl bei Leobener Leiterplattenhersteller: Paar zu Haftstrafen verurteilt

Ein ehemaliger Lagerarbeiter und seine Partnerin stahlen Gold, Handys und Laptops im Wert von über 240.000 Euro. Das Landesgericht Leoben verurteilte beide zu unbedingten Freiheitsstrafen.

Diebstahl bei Leobener Leiterplattenhersteller: Paar zu Haftstrafen verurteilt

Goldschmelzen, Mur-Entsorgung und ein verkauftes iPhone als Beweis

Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Leobener Leiterplattenherstellers und seine Lebensgefährtin sind am Landesgericht Leoben wegen gewerbsmäßig schweren Diebstahls verurteilt worden. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Polizei auf mehr als 240.000 Euro, wie Kleine Zeitung berichtet.

Der Diebstahl flog durch ein verkauftes Diensthandy auf. Die Zweitangeklagte hatte das Gerät an einen Handyshop in Kapfenberg veräußert. Die neue Besitzerin entdeckte die vorinstallierte Unternehmenssoftware und gab das iPhone zurück. Der Shopbetreiber kontaktierte den Industriebetrieb in Leoben und identifizierte die Verkäuferin anhand des beim Verkauf vorgelegten Ausweises.

Die Ermittler gelangten so an den früheren Lagerarbeiter, der den Beamten freiwillig Einblick in sein Mobiltelefon gewährte. Auf dem Gerät fanden sich Fotos und Videos vom Goldschmelzen, auf denen auch seine Partnerin klar zu erkennen war.

Anzeige im März, Geständnis vor Gericht

Im März hatte der Leobener Betrieb Anzeige erstattet, nachdem sieben Diensthandys verschwunden waren. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Mann während seiner Tätigkeit als Lagerarbeiter auch zwei Laptops sowie größere Mengen an Goldbestandteilen entwendet hatte. Die Partnerin soll ihm beim Einschmelzen und Verkauf des Goldes geholfen haben.

Vor dem Schöffengericht zeigten sich beide vollumfänglich geständig. Die Goldbestandteile hätten sie zu Goldnuggets geschmolzen und in Wien weiterverkauft. „Das, was wir nicht schmelzen konnten, haben wir entsorgt", sagte der Hauptangeklagte. Sechs der gestohlenen Smartphones warf er nach eigenen Angaben aus Angst vor Entdeckung in die Mur.

Anfangs hätten die beiden die Vorwürfe noch abgestritten, räumten jedoch nach und nach immer mehr ein, als sich der Verdacht gegen sie erhärtet habe.

22 Monate für ihn, 15 für sie

Richter Armin Scheck hatte zu Beginn der Verhandlung klargestellt, dass bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft drohen: „Sie haben beide ein strafrechtlich relevantes Vorleben, es geht bei Ihnen also um einiges. Nur ein Geständnis wäre strafmindernd, andere Gründe sehe ich nicht."

Der Hauptangeklagte, der wegen schweren Raubes bereits eine Gefängnisstrafe verbüßt hatte und sich seit April in Untersuchungshaft befindet, wurde zu 22 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Seine ebenfalls vorbestrafte Partnerin erhielt 15 Monate, wovon zehn Monate für drei Jahre bedingt nachgesehen wurden. Gegen beide wurden zudem jeweils 59.285 Euro im Zusammenhang mit dem Verfall ausgesprochen.

Nach kurzer Rücksprache mit ihren Verteidigern erklärten beide Rechtsmittelverzicht. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Source: Kleine Zeitung

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