Erfundene Waffenbedrohung in Graz: Paar zeigt sich nach Großeinsatz selbst an

Ein Grazer Paar erfand eine Bedrohung durch einen bewaffneten Mann – und löste damit einen Großeinsatz mit 53 Polizisten aus. Nun droht ihnen ein Strafverfahren.

Erfundene Waffenbedrohung in Graz: Paar zeigt sich nach Großeinsatz selbst an

Grazer Großeinsatz basierte auf erfundener Meldung – Paar angezeigt

Ein Polizeieinsatz mit 53 Beamtinnen und Beamten sowie 26 Fahrzeugen in der Grazer Conrad-von-Hötzendorfstraße am 17. September 2026 beruhte auf einer vollständig erfundenen Geschichte. Das berichtet die Kleine Zeitung. Ein Paar hatte gemeldet, in seiner Wohnung von einem bewaffneten Mann bedroht zu werden – doch die Meldung entsprach zu keinem Zeitpunkt der Wahrheit.

Der Einsatz begann kurz nach 16 Uhr und zog neben regulären Kräften das Einsatzkommando Cobra, die Schnelle Interventionsgruppe (SIG), die Verhandlungsgruppe Süd sowie eine Diensthundestreife an den Ort des Geschehens. Auf einer Länge von rund 800 Metern wurde die Conrad-von-Hötzendorf-Straße im Nachmittagsverkehr gesperrt.

Detaillierte Ermittlungen und eine Auswertung der Einsatzchronologie förderten mehrere Widersprüche in den Aussagen der Wohnungsbewohner zutage. Nach mehreren Vernehmungen gestand das Paar schließlich ein, den Vorfall erfunden zu haben. Der angeblich bedrohliche Mann soll zum fraglichen Zeitpunkt nicht einmal in der Wohnung anwesend gewesen sein. Beide Personen standen beim Notruf unter dem Einfluss von Suchtmitteln.

Die Staatsanwaltschaft Graz wurde wegen des strafrechtlichen Verdachts der Verleumdung eingeschaltet. Zusätzlich erging eine Anzeige wegen Ordnungsstörung. Geprüft wird außerdem, ob die Kosten des Einsatzes – deren Höhe bislang nicht beziffert wurde – dem Paar in Rechnung gestellt werden können.

Als weitere Konsequenz verfügte das Veterinäramt die vorläufige Abnahme des Hundes des Paares.

Source: Kleine Zeitung

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